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Pflegebedürftigen droht Finanzierungslücke

11.08.2017

Im Schnitt 1.697 Euro müssen pflegebedürftige Menschen in Deutschland für ihren Aufenthalt im Pflegeheim aus der eigenen Tasche zahlen. Das zeigt eine Auswertung von rund 11.400 vollstationären Pflegeeinrichtungen durch den Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt als „Teilkaskoversicherung“ nur einen Teil der Kosten. Den Bewohnern von Heimen verbleibt aus dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die pflegebedingten Kosten, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten ein Eigenanteil. Diese Finanzierungslücke kann je nach Pflegeheim und Bundesland mehrere tausend Euro im Monat betragen.

 

Bedarf an Pflegezusatzversicherungen wächst

Die Pflegelücke zeigt wie wichtig eine private kapitalgedeckte Pflege-Vorsorge ist. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Pflegezusatzversicherungen um 6,4 Prozent auf nunmehr 3,5 Millionen Verträge gewachsen. Davon sind 772.200 Verträge mit staatlicher Förderung, dem sogenannten Pflege-Bahr.

Was ist der Einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE)?

Seit dem 1. Januar 2017  wird für die pflegebedingten Kosten in stationären Einrichtungen der Pflegegrade 2 bis 5 ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) erhoben. Der EEE basiert auf einer gleichmäßigen Verteilung der pflegebedingten Kosten in einer Einrichtung über alle Pflegegrade hinweg – inkl. Berücksichtigung der Zuschüsse aus der Pflegepflichtversicherung. Im Gegensatz zum bisherigen System, in dem mit einer höheren Pflegestufe auch höhere Kosten verbunden waren, steigt der Eigenanteil nun auch dann nicht, wenn der Pflegebedürftige in einen höheren Pflegegrad umgestuft wird.

Wie hoch sind die Zuschüsse der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Pflegegrad 2 770 EUR
Pflegegrad 3 1.262 EUR
Pflegegrad 4 1.775 EUR
Pflegegrad 5 2.005 EUR