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Pflege: Zeit für eine nachhaltige und generationengerechte Lösung

© PKV

PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther

 

28.10.2020

Die bevorstehende Pflegereform muss Antworten auf zahlreiche Herausforderungen finden. Vor allem die Finanzierung gestaltet sich in unserer alternden Gesellschaft  zunehmend problematisch. In einem neuen Themenheft fasst der PKV-Verband die wichtigen Argumente zusammen und macht einen fundierten Vorschlag für die Pflege der Zukunft. Denn es wird höchste Zeit für einen nachhaltigen und generationengerechten Lösungsweg, schreibt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther im Editorial.     

Die Reform der Pflegeversicherung ist ein echtes Zukunftsthema – mit weitreichenden Folgen bis in die nächsten Generationen und zugleich mit widersprüchlichsten Forderungen aus den verschiedenen politischen Richtungen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Energie aufgebracht hat, mitten in der Corona-Krise auch noch dieses Großprojekt anzupacken.

Die gesetzliche Pflegeversicherung wird auch nach der Reform eine Teilkaskoversicherung bleiben. Da ist es nur konsequent, dass der Minister zugleich einen zusätzlichen Ausbau der privaten Pflegevorsorge fördern will. Denn für jeden Einzelnen bleibt auch nach der Reform eine zusätzliche Absicherung des immer teurer werdenden Pflegerisikos notwendig. Weil das Pflegerisiko meist erst im hohen Alter eintritt, kann man sich darauf mit langfristiger Eigenvorsorge sehr gut vorbereiten – die übrigens viel günstiger ist, als die meisten denken.

Sozialpolitische Debatte des Jahres 2021

Jetzt ist die Diskussion eröffnet – und sie wird die sozialpolitische Debatte des Jahres 2021 dominieren. Die geplante Deckelung der Eigenanteile für den Bereich der reinen Pflegekosten bei stationärer Versorgung ist im Ergebnis eine Ausweitung der Leistungsansprüche an die Pflegeversicherung – mit beträchtlichen Kostenfolgen. Schon die ersten kritischen Einwände legen nahe, dass die geplante Finanzierung zu Lasten der Steuerzahler noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.

 

In jedem Fall würde sie nicht das zentrale Demografie-Problem der Pflege lösen. Die großen Jahrgänge der Babyboomer gehen ab 2030 in den Ruhestand, zahlen dann deutlich weniger Beitrag und kommen zusehends ins pflegebedürftige Alter. Das führt zu enorm steigenden Kosten, die zu Lasten von immer weniger aktiven Erwerbstätigen gehen. Dabei ist es letztlich egal, ob die Jüngeren diese Pflegekosten durch Sozialbeiträge oder Steuern aufbringen müssen – in jedem Fall stellt sich die Frage nach der Generationengerechtigkeit.

Für die Pflege gilt das Gebot einer nachhaltigen Politik

Hinzu kommt die Sorge, dass eine Deckelung der pflegerischen Anteile auf 700 Euro im Monat falsche Anreize setzen würde: Überall dort, wo heute schon die Eigenanteile darüber liegen, spielte dann bei der Auswahl des Pflegeheims das individuelle Kostenbewusstsein keine Rolle mehr.

Wie auch in der Energie- und Klimapolitik gilt für die Pflege das Gebot einer nachhaltigen Politik, die sich ihrer Verantwortung für die Lebensgrundlagen der nachfolgenden Generationen stellen muss. In diesem Magazin wollen wir Ihnen einen Überblick zu wichtigen Daten und Fakten rund um die Pflege und die Probleme ihrer zukünftigen Finanzierung geben. Minister Spahn betont zu Recht: „Pflege ist die soziale Frage der 20er-Jahre.“ Wir sind bereit, uns dieser Herausforderung zu stellen.

 

PKV publik zum Lesen und Herunterladen

 

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