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Pflegezusatzversicherung: Bis zu 33 Prozent staatliche Förderung möglich

29.08.2019

Die geförderte Pflegezusatzversicherung – auch Pflege-Bahr genannt – bietet so gut wie allen erwachsenen Bürgern die Möglichkeit, sich vor finanziellen Risiken einer Pflegebedürftigkeit zu schützen. Denn was vielen nicht bewusst ist: Die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung reichen in der Regel nicht aus, um im Fall der Fälle die Kosten zu decken.

Das hat zur Folge, dass zahlreiche Pflegebedürftige trotz Pflichtversicherung nicht in der Lage sind, ihre Pflege selbst zu bezahlen. So liegt der durchschnittliche Eigenanteil bei den Pflegeheimkosten im Jahr 2019 bei über 1.840 Euro. Je nach Bundesland kann er sogar rund 2.350 Euro betragen. Kann der Pflegebedürftige diesen Betrag nicht zahlen, müssen die Angehörigen einspringen.

 
Finanzierungslücke der Pflegeversicherung Diagramm
 

In Zukunft wird es immer mehr Pflegebedürftige geben

Tendenziell wird ein immer größerer Anteil der Bevölkerung von diesem Problem betroffen sein. Denn die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der Anteil der Pflegebedürftigen bei den 75- bis 85-Jährigen noch rund 15 Prozent, während er bei den 85-95-Jährigen schon bei über 44 Prozent liegt. Da es immer mehr ältere Menschen in der Bevölkerung gibt, wird es in den nächsten Jahrzehnten auch immer mehr Pflegebedürftige geben. Im Jahr 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf mehr als 6 Millionen steigen, denn allein für die Soziale Pflegeversicherung rechnet das Bundesgesundheitsministerium (PDF-Dokument)mit 5,9 Millionen Pflegebedürftigen. Das sind über 2,5 Millionen Menschen mehr als heute. Ohne zusätzliche Vorsorge werden damit immer mehr Personen mit einer Finanzierungslücke konfrontiert sein.

Viele Menschen haben dieses Problem bereits erkannt. Ende 2018 hatten rund 3,66 Millionen Menschen eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Das ist zwar erfreulich, bedeutet aber auch, dass im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nur 4,5 Prozent entsprechend vorsorgen.

 
 

Dabei bietet gerade die geförderte Pflegezusatzversicherung jedem Erwachsenen die Möglichkeit, mit relativ wenig Geld etwas gegen die drohende Finanzierungslücke zu tun. Jeder über 18-Jährige kann sie bei einem Unternehmen seiner Wahl abschließen, sofern er nicht bereits Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung erhält oder in der Vergangenheit erhalten hat. Da die Versicherer entsprechende Anträge ohne Gesundheitsprüfung und unabhängig vom Lebensalter annehmen, ist dies auch noch für älteren Menschen eine gute Möglichkeit zur Vorsorge.

Für 10 Euro Beitrag gibt es 5 Euro Förderung

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Staat diese Art der Zusatzversicherung fördert. Bei einem Eigenbeitrag von mindestens 10 Euro gibt es eine monatliche Zulage von 5 Euro. Bei jüngeren Versicherten kann die Förderquote damit bis zu 33 Prozent ausmachen. Da der Eigenbeitrag vom Lebensalter bei Vertragsabschluss abhängt, sinkt die Quote, je später man sich für die Pflegezusatzversicherung entscheidet. Wer die Versicherung also in jungen Jahren abschließt, kommt am ehesten in den Genuss einer Förderung von bis zu einem Drittel des Gesamtbeitrags.

 
 

Der Leistungsumfang der geförderten Pflegezusatzversicherung kann je nach Versicherungsunternehmen und Tarif variieren. Die Versicherten können sich also bei Vertragsabschluss für eine Absicherung nach ihren Wünschen entscheiden. Allerdings: Damit die Versicherung förderfähig ist, hat der Gesetzgeber Mindestleistungen festgelegt. Zum Beispiel muss das abgesicherte Pflegetagegeld bei Pflegegrad 5 wenigstens 600 Euro monatlich betragen.

Da die Leistungen aus der geförderten Pflegezusatzversicherung häufig erst weit in der Zukunft in Anspruch genommen werden, ist es besonders wichtig, dass man sich auf die Leistungszusage aus seiner Versicherung noch in mehreren Jahrzehnten verlassen kann. Eine solide Kalkulation und gesetzlich festgeschriebene Rahmenbedingungen garantieren daher ein Höchstmaß an Sicherheit für alle Versicherten.

 

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