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Neue Qualitätsanforderungen an Beratungsbesuche in der Pflege

Der Qualitätsausschuss nach § 113b SGB XI hat am 29. Mai 2019 neue Empfehlungen zur Qualitätssicherung von Beratungsbesuchen (PDF-Dokument, 263 KB) bei Pflegebedürftigen beschlossen. Das soll eine bundesweit einheitliche und qualitätsgesicherte Durchführung der Besuche sicherstellen. Ziel der Beratungsbesuche ist es, die Qualität der häuslichen Pflege zu gewährleisten und die häuslich Pflegenden zu unterstützen.  

Betroffen sind etwa zwei Millionen Pflegebedürftige, die anstelle einer häuslichen Pflegehilfe ein Pflegegeld nach § 37 Absatz 1 SGB XI beantragt haben und sich selbst um ihre Versorgung kümmern. Für sie sind Beratungsbesuche in den eigenen vier Wänden bei Pflegegrad 2 bis 5 verpflichtend. Darüber hinaus können Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 sowie Pflegebedürftige, die häusliche Pflegehilfe von einem ambulanten Pflegedienst beziehen, jeweils halbjährlich einen Beratungsbesuch in Anspruch nehmen.

An der Erarbeitung der Empfehlungen war der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) durch seine Tochter compass private pflegeberatung beteiligt. Die Arbeitsgruppe des Qualitätsausschusses hat dabei unter anderem den „Qualitätsrahmen für Beratung in der Pflege“ genutzt, den die PKV-Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) erstellt hat.

Neues Formular zum Nachweis des Beratungsbesuchs nach § 37 Abs. 3 SGB XI

Mit seinen Empfehlungen gibt der Qualitätsausschuss konkrete Anforderungen an die Beratungsbesuche durch zugelassene Pflegeeinrichtungen, Pflegefachkräfte, Pflegeberater nach § 7a SGB XI, sonstige Beratungspersonen und anerkannte Beratungsstellen vor. Diese Anforderungen definieren ein einheitliches Beratungsverständnis und legen unter anderem die notwendigen Kompetenzen der Beraterinnen und Berater sowie die Inhalte der Beratungsbesuche fest.

Die Zielsetzung der Beratungsbesuche besteht u.a. darin, die Pflegesituation regelmäßig zu beobachten, potentielle Probleme zu erfragen und auf Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Vermittelt werden auch Kenntnisse über weitergehende Beratungs- und Schulungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige und Pflegende sowie Informationen über die Gestaltung des Pflegemixes aus professioneller Pflege und der Versorgung durch Angehörige, Nachbarn oder Ehrenamtliche. Informiert wird auch über die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI und über Pflegekurse/Pflegeschulungen nach § 45 SGB XI.

Um die neuen Qualitätsanforderungen und die neuen Anforderungen des Datenschutzes abzubilden, haben GKV-Spitzenverband und den PKV-Verband auch das Formular zum Nachweis des Beratungsbesuchs nach § 37 Abs. 3 SGB XI angepasst. Das Formular dient einerseits als Nachweis über einen Beratungsbesuch, andererseits können damit weitergehende Hinweise/Informationen an das Versicherungsunternehmen bzw. die Pflegekassen mitgeteilt werden. Hierbei handelt es sich z.B. um Anregungen zur Verbesserung der Pflege- und Betreuungssituation oder die Notwendigkeit einer ergänzenden Pflegeberatung. Auch über die Feststellung von nicht sichergestellter Pflege wird informiert, so dass ggf. weitere Unterstützung durch die Beratungsperson, das Versicherungsunternehmen bzw. die Pflegekasse erfolgen kann.

 

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