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Neue Abrechnungsempfehlungen zu telemedizinischen Leistungen

16.07.2020

Die Corona-Pandemie hat das Verhältnis der Deutschen zu digitalen Gesundheitsangeboten verändert und der Telemedizin eine hohe Nachfrage beschert. Aus Sorge vor einer möglichen Ansteckung in der Arztpraxis haben sich Patientinnen und Patienten verstärkt für die digitale Alternative entschieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Bereits jeder Achte (13 Prozent) hatte bis Juli dieses Jahres schon einmal eine Video-Sprechstunde mit einem Arzt oder Therapeuten wahrgenommen – eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr. Jeder Zweite kann sich heute vorstellen, künftig auch online zum Arzt zu gehen.

 

Die Ärztinnen und Ärzte haben auf diese Sorge reagiert und im Zuge der Corona-Pandemie ihr Angebot von Videosprechstunden ausgeweitet, um Patientenkontakte in der Praxis zu begrenzen und die Infektionsrisiken möglichst gering zu halten. Mehr als 52 Prozent der Ärzte, die im April und Mai 2020 an einer Umfrage des Health Innovation Hubs des Bundesgesundheitsministeriums und der Stiftung Gesundheit teilnahmen, bieten heute Videosprechstunden an – 2017 waren es nicht einmal zwei Prozent.

Bundesärztekammer gibt Abrechnungsempfehlungen zu telemedizinischen Leistungen

In Reaktion auf die steigende Nachfrage nach telemedizinischer Behandlung von Privatpatienten hat die Bundesärztekammer (BÄK) in Abstimmung mit dem PKV-Verband und der Beihilfe Abrechnungsempfehlungen zu telemedizinischen Leistungen (PDF-Dokument, 125 KB) beschlossen. Diese gelten über die Corona-Pandemie hinaus und sind nicht befristet. „Die Vereinbarungen zwischen Bundesärztekammer und PKV-Verband zeigen, dass der private Bereich seiner Verantwortung für die medizinische Versorgung gerecht wird. Die Regelung zur Telemedizin belegt einmal mehr die Offenheit des privaten Sektors für medizinische Innovationen“, begrüßt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther den Beschluss der BÄK.

BÄK-Beschlüsse zu Medikationsplan und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) 

Neben den berechnungsfähigen Gebühren für eine Videosprechstunde (Beratung und Untersuchung) enthält der jüngste Beschluss auch eine Empfehlung für die Abrechnung eines Medikationsplanes. Zudem wird die Abrechnung für eine Verordnung und Einweisung in die Nutzung sowie der Kontrolle der Messungen zu digitalen Gesundheitsanwendungen erfasst.

Darüber hinaus wurde die gemeinsame Abrechnungsempfehlung der Bundesärztekammer, der Bundespsychotherapeutenkammer, des PKV-Verbandes und der Beihilfeträger für eine erweiterte telemedizinische Erbringung von Leistungen im Rahmen der Psychotherapie über die ursprüngliche Befristung hinaus bis zum 30. September 2020 verlängert.

 

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