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Jahressteuergesetz: bKV-Beiträge sind steuerfrei

04.12.2019

Nun ist es offiziell: Zuwendungen von Arbeitgebern für eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) können steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden. Dies geht aus dem Jahressteuergesetz hervor, das jüngst vom Bundesrat beschlossen wurde.

 
 

Die Regelung ist keineswegs selbstverständlich, denn das Bundesfinanzministerium hatte der bKV lange Zeit Steine in den Weg gelegt: Im Entwurf für das Jahressteu­ergesetz hatte es nämlich zunächst vorgesehen, dass die Beiträge des Arbeitgebers zu dieser Zukunftssicherung vom ersten Euro an als „Barlohn“ versteuert werden sollten. Dies hätte mehrere Urteile des Bundesfinanzhofs ausgehebelt, der die bKV als steuerlich begünstigten „Sachlohn“ angesehen hatte. Der PKV-Verband wie auch die weiteren Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft lehnten die Einstufung als „Barlohn“ im ursprünglichen Gesetzentwurf einstimmig ab. Schließlich hätte es sich um eine Steuererhöhung zu Lasten der Arbeitnehmer gehandelt und die Fachkräftegewinnung und -bindung erschwert.

Es gilt die 44-Euro-Grenze für Sachbezüge

Das nun beschlossene Gesetz sieht diese Regelung nicht mehr vor. Konkret bedeutet dies, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine bKV im Rahmen der 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge steuer- und sozialabgabenfrei gewähren kann. Voraussetzung ist, dass die Zuwendung ausschließlich als Versicherungsschutz und nicht als Geldleistung gewährt wird. Wenn der Arbeitgeber hingegen einen Geldzuschuss mit der Bedingung auszahlt, dass der Arbeitnehmer einen Versicherungsvertrag mit einem Unternehmen schließt, handelt es sich weiterhin um zu versteuernden Barlohn.

PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther begrüßt, dass auch nach der Neuregelung Krankenversicherungsschutz vom Arbeitgeber als Sachlohn gewährt werden kann: „Die bKV ist eine sozial- wie wirtschaftspolitisch sinnvolle Zukunftssicherungsleistung. Unternehmen und Belegschaften können damit in Eigeninitiative Lösungsmöglichkeiten für eine zusätzliche Absicherung im Krankheitsfall finden, die Vorteile für alle bieten. Und das komplett ohne gesetzliche Vorschriften und Regulierungen. Deswegen ist es wichtig, dass der Gesetzgeber dieses Instrument steuerlich begünstigt.“

Eine bKV bietet Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Dies zeigt auch der rasante Zuwachs dieser Versicherungsart: Ende 2018 gewährten über 7.700 Unternehmen ihren Mitarbeitern entsprechende Leistungen - fast doppelt so viele wie noch drei Jahre zuvor. Umfragen zeigen zudem, dass vielen Arbeitnehmern eine bKV wichtiger ist als andere Zusatzleistungen vom Chef.

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