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"Wir wollen gehört werden."

06.12.2018

Seit zehn Jahren präsentiert sich der PKV-Verband bei Bundesparteitagen mit einem eigenen Informationsstand. Stets vor Ort ist Dr. Marc-Pierre Möll, beim Verband zuständig für politische Kontakte.

Herr Möll, was will der PKV-Verband mit der Präsenz auf Parteitagen erreichen?

Der PKV-Verband ist ein politischer Interessenverband. Wir wollen gehört werden, verstanden werden und letztlich politische Mehrheiten für unsere Positionen gewinnen. Dazu müssen wir mit den Parteien ins Gespräch kommen, mit Spitzenpolitikern und Mandatsträgern, aber auch mit Nachwuchspolitikern, mit der Parteibasis und mit Medienvertretern. Dafür sind Parteitage natürlich ein sehr guter Ort.

Auf welchen Parteitagen ist der PKV-Verband vertreten?

Wir bieten unseren Informationsstand allen Parteien an, die auf Bundes- oder Landesebene in Regierungsverantwortung stehen: CDU und CSU, SPD, FDP und den Grünen. Auch den Linken haben wir ein Gesprächsangebot gemacht. Zudem engagieren wir uns bei Groß-Veranstaltungen mit bundespolitischer Bedeutung: Arbeitgebertag, Jahrestagung des Beamtenbunds (dbb), JU-Deutschlandtag oder bei der Mittelstandsvereinigung. Das ist politische Graswurzelarbeit. Ob unter der Woche oder an den Wochenenden, wir sind da.

Manche der Parteien, bei denen Sie vor Ort sind, wollen die Private Krankenversicherung abschaffen…

Nun, unser Gesundheitssystem ist hochkomplex, die Ideen zur Bürgerversicherung aber oft unterkomplex. Die Diskussion darüber ist viel zu vereinfacht. Vor Ort können wir intensiv mit den Parteimitgliedern darüber sprechen, manchmal stundenlang und bis tief in die Nacht. Und dann bewegt sich meistens auch etwas. Unsere Kritiker werden nicht zu PKV-Fans, aber nachdenklicher, setzen sich mit unseren Argumenten auseinander. Oft sagen uns die Leute: „Mensch, interessant, das wusste ich gar nicht, da muss ich noch mal drüber nachdenken. Lassen Sie uns in Kontakt bleiben.“

Das heißt, die Delegierten gehen immer offen mit Ihnen in die Diskussion?

Wir drängen uns nicht auf. Wir bieten jedem das Gespräch an. Und wer das nicht möchte, kann bei uns am Stand gerne einfach so in Ruhe einen Frucht-Smoothie trinken. Dieses Angebot an vitaminreichen Getränken kommt gut an. Und wer bei uns erstmal einen Smoothie trinkt, der stellt schnell fest, dass wir keine Saftbude sind. Mit uns kann jeder vernünftig diskutieren. Aber natürlich gab es anfangs hin und wieder auch Reibereien.

Welche Probleme gab es da?

In der Hochphase der Bürgerversicherungsdiskussion war es nicht selbstverständlich, dass sich der PKV-Verband bei der SPD oder bei den Grünen blicken ließ. Die waren schon überrascht. Und dann gab es auch sehr hitzige Debatten, bis hin zu Boykottaufrufen. Einmal wollte die Grüne Jugend sogar über Nacht unseren Stand abmontieren. Das hat der Bundesvorstand dann aber zum Glück verhindert.

Und heute ist das anders?

Ja, heute ist das völlig entspannt. Von Boykott ist keine Rede mehr. Gerade bei den Grünen kommen Vorstand und Delegierte viel offener auf uns zu. Sie haben verstanden, dass die PKV ein wichtiger gesundheitspolitischer Akteur ist. Da ist etwas zusammengewachsen. Und mittlerweile ist ein guter Austausch möglich.

Und wie reagiert die SPD?

Mit der SPD ist es manchmal etwas kompliziert. Zum Beispiel hat die SPD am 6. Dezember 2011 auf ihrem Bundesparteitag beschlossen, die Bürgerversicherung einführen zu wollen – also quasi die Abschaffung der PKV. Deswegen hatten wir für die Delegierten eine besondere Nikolaus-Überraschung vorbereitet, die zum Nachdenken anregen sollte. Wir haben 1.000 Schoko-Osterhasen verteilt – mit dem Motto „Heute schon an morgen denken“. Damit wollten wir auf die Nachhaltigkeit der Kapitaldeckung in der PKV aufmerksam machen. Der Osterhase war quasi in aller Munde, hat es sogar bis aufs Rednerpult und in die Tagesschau geschafft. Doch trotzt aller inhaltlichen Kontroversen waren wir bis heute auf jedem Bundesparteitag der SPD vertreten und wollen das auch in Zukunft sein. Und das ist gut.

Gibt es weitere Highlights?

Es gibt viele Highlights, die uns und den Delegierten in Erinnerung sind. Zweimal war zum Beispiel Angela Merkel bei uns am Stand. Das ist natürlich toll, wenn die CDU-Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin das Gespräch sucht und wir mit ihr grundsätzlich über die Ausrichtung des gesamten Gesundheitssystems sprechen können. Das gleiche gilt für viele Mitglieder des Bundeskabinetts oder die Generalsekretäre der Parteien, die ebenfalls regelmäßig bei uns vorbei schauen. Wir sind also mitten drin und auch in Zukunft dabei.

 

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