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"Unser Vorschlag nimmt die gesamte Bevölkerung in den Blick."

Geschäftsführer und Leiter der Rechtsabteilung des PKV-VerbandesGeschäftsführer

© PKV-Verband

 

28.10.2019

Deutschland diskutiert über die Finanzierung und Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Für die erste Jahreshälfte 2020 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein eigenes Konzept angekündigt. Im Interview erklärt PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther, warum Deutschland einen neuen Generationenvertrag für die Pflege braucht und wie Pflege auch in Zukunft nachhaltig und generationengerecht finanziert werden kann.  

Warum muss die Pflegeversicherung reformiert werden?

Die zentrale Herausforderung für die Pflegeversicherung ist die alternde Gesellschaft. Mit der alternden Gesellschaft wird die Zahl der Pflegebedürftigen immer größer, der Bedarf an Pflege immer größer. Und die niedrige Geburtenrate sorgt dafür, dass nicht mehr so viele Beitragszahler in Zukunft zur Verfügung stehen werden wie heute. Deswegen muss die Finanzierung der Pflegeversicherung auf neue Füße gestellt werden.

Die PKV schlägt einen „neuen Generationenvertrag“ vor. Was ist gemeint?

Die Vorschläge, die bisher auf den Tisch gelegt worden sind, setzen ganz isoliert an einem einzigen Aspekt der pflegerischen Versorgung an, nämlich an der Frage, wie die Eigenanteile in den stationären Einrichtungen finanziert werden können. Vollkommen ausgeblendet wird die demografische Entwicklung. Unser Vorschlag nimmt die gesamte Bevölkerung in den Blick. Er schlägt eine Brücke zwischen den Jüngeren auf der einen Seite und den Älteren und insbesondere auch den jetzt schon Pflegebedürftigen auf der anderen Seite. Für die Älteren wird es Leistungsverbesserungen nach unserem Vorschlag geben, für die Jüngeren Anreize, selber für das Pflegerisiko vorzusorgen.

Was ist konkret für die Älteren vorgesehen?

Wir sehen für die Älteren, die nicht mehr in ausreichendem Maße Eigenvorsorge vornehmen können, eine Dynamisierung, einen Ausbau der Leistungen der jetzigen Pflegeversicherung vor, um sicherzustellen, dass diese in der Lage sind, auch ihre pflegerische Versorgung selbst zu bezahlen. Bei dieser Personengruppe werden die Leistungen nach unserem Vorschlag ausgebaut und zwar mit zunehmendem Alter in höherem Maße. Das heißt: ein heute 80jähriger kriegt eine höhere Mehrleistung als beispielsweise ein 50jähriger, der noch stärker Eigenvorsorge betreiben kann.

Jüngere sollen mehr Eigenvorsorge betreiben. Wie?

Für die Eigenvorsorge bietet die Private Krankenversicherung schon jetzt Pflegezusatzversicherungen an, die zusammen mit der Pflegepflichtversicherung zu einer vollständigen Absicherung des Pflegerisikos herangezogen werden können. Wir sehen steuerliche Anreize vor für Eigenvorsorge. Beiträge zur privaten Pflegezusatzversicherung sollen vollständig steuerlich geltend gemacht werden können. Darüber hinaus sehen wir eine steuerliche Förderung von betrieblichen Lösungen vor. Und Personen, die nicht selber zahlen können, sollen Zuschüsse zu entsprechenden Versicherungen erhalten.

Was kostet eine private Pflegevorsorge?

Die ergänzende Pflegezusatzversicherung ist sehr viel günstiger, als viele Menschen meinen. Nach unseren Umfragen denken die Menschen, sie müssten über 150 Euro im Monat ausgeben. Tatsächlich sind die Kosten sehr viel geringer. Gerade bei Berufsanfängern können Sie schon mit sehr geringen Beiträgen – 20 Euro im Monat etwa – vollständig die Pflegelücke schließen.

 

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