• Vorlesen
  • A A A

„Vorleben stiftet Vertrauen.“

Christian Hälker ist Geschäftsführer des Bereichs Finanzen, Personal, Organisation und IT im PKV-Verband.

 

20.08.2019

Das Jahr 2018 hat frische Impulse für neue Arbeitswelten und mehr IT-Sicherheit gelegt: Warum die Digitalisierung den Geschäftsbereich Zentrale Dienste agiler macht – und welche Rolle dabei die Führungskräfte spielen, erläutert Geschäftsführer Christian Hälker.

Herr Hälker, Ihr Geschäftsbereich kümmert sich vor allem um die innere Organisation des PKV-Verbandes. Was beschäftigte Ihre Mitarbeiter und Sie im vergangenen Jahr am meisten?

Eine der wichtigsten Aufgaben war die Zertifizierung der IT-Sicherheit nach ISO 27001 im Verband. Unsere IT-Strukturen sind im letzten Jahr durch den TÜV-Prüfdienst erfolgreich zertifiziert worden.

Was heißt das genau?

Eine solche Zertifizierung bestätigt einen qualitativ hochwertigen Umgang mit Informationen und Daten unter vorgegebenen Sicherheitskriterien. Die Vorgaben sind durch internationale Standards festgelegt. Mit einer Zertifizierung weisen wir nach, dass wir diese Vorgaben erfüllen können. Aber nicht nur das. Die Auditoren haben genau geprüft, ob wir die neu eingeführten Prozesse auch wirklich leben. Sie schauen nicht nur darauf, wie wir alles dokumentieren, sondern auch, wie Mitarbeiter mit konkreten IT-Problemstellungen umgehen.

Wie lange hat die gesamte Umsetzung denn gedauert?

Eigentlich dauert der Prozess drei Jahre. Wir haben es aber sogar in zwei Jahren geschafft. Alle Mitarbeiter der IT-Abteilung haben hier neben dem Tagesgeschäft großartige Arbeit geleistet.

Wen betreffen die neuen Normen?

Die Zertifizierung gilt für die gesamte IT des Verbandes und darüber hinaus auch für die mit uns verbundenen Unternehmen. Denn über Shared Services erbringt der PKV-Verband ebenso Dienstleistungen für seine Tochterunternehmen. Und von mehr Sicherheit profitieren letztlich unsere Kunden und Mitgliedsunternehmen. IT-Sicherheit ist eine wesentliche Komponente der Digitalisierung.

Wie hat sich die Arbeit im Verband hinsichtlich der Digitalisierung generell verändert?

Wir merken im Augenblick, dass durch die Digitalisierung viele einfache Tätigkeiten wegfallen, weil Computer diese übernehmen. Somit verändern sich Arbeitsabläufe. Arbeitsprozesse werden komplexer. Das ist der Grund, warum ich in meinem Geschäftsbereich neue Formen des Arbeitens eingeführt habe. Ein wichtiges Thema für uns ist deshalb agiles Führen und Arbeiten.

Wie sehen diese neuen, agilen Formen des Führens und Arbeitens aus?

Bisher wurde klassisch hierarchisch geführt. Wir haben uns nun bewusst für einen anderen Weg entschieden, um die Potenziale unserer Mitarbeiter durch mehr Eigenverantwortung und Motivation zu fördern. Für Mitarbeiter ist es häufig schwierig, sich selbst zu optimieren und als Team zu strukturieren. Über den Prozess der agilen Transition helfen wir ihnen dabei. Wir etablieren eigenverantwortliche, interdisziplinäre Teams im Bereich Shared Services, um sowohl konzeptionelle als auch operative Themen zu bearbeiten und umzusetzen. Die Führungskräfte werden zu Coaches, die ihre Mitarbeiter anleiten und ein Umfeld schaffen, in dem die Bedürfnisse der Mitarbeiter im Zentrum stehen.

Lassen sich schon erste Ergebnisse erkennen?

Ja, wir haben bereits abteilungsübergreifende Teams gebildet, die sich selbstständig Themen heraussuchen, um Lösungen rund um unsere Shared Services zu entwickeln. Die ersten Schritte sind vielversprechend. Daran wollen wir uns weiter orientieren. Deshalb werden künftig öfter Kollegen der unterschiedlichen Abteilungen zusammensitzen, damit sie gemeinsam Lösungen für unsere Dienstleistungen und Prozesse erarbeiten.

Neue Methoden erfordern neue Kenntnisse…

Das ist richtig. Deshalb haben wir uns als Allererstes dem Mindset unserer Führungsebene gewidmet. In praxisnahen Workshops und Schulungen konnte sie sowohl die agilen Prinzipien kennenlernen als auch agile Methoden ausprobieren. Eine sehr spannende Erfahrung. Wir haben uns übrigens auch hierbei zertifizieren lassen – nach dem Certified Agile Leader der Scrum Alliance.

Um den agilen Wandel voranzutreiben, haben Sie zunächst die Führungskräfte geschult. Das ist nicht überall üblich.

Anders als in vielen anderen Unternehmen gehen bei uns die Chefs bei diesem Prozess voran. Top-down lautet die Devise. Denn nur wenn die oberen Hierarchieebenen das Selbstverständnis agiler Führung verinnerlicht haben – so unsere Überzeugung – kann auch bei den Mitarbeitern die nötige Veränderung hin zu eigenverantwortlichem und selbstorganisiertem Arbeiten in interdisziplinären Teams erfolgen. Vorleben stiftet Vertrauen.

Wie geht es weiter?

Am Ende soll unsere Shared Services Einheit zu einer agilen Organisation werden: anpassungsfähig, schnell und flexibel. Für uns ist es wichtig, dass wir als lernende Organisation eine offene Fehlerkultur etablieren, in der wir aus Fehlern Schlüsse ziehen und diese umgehend ins Tagesgeschäft einfließen lassen. Zudem wollen wir als positives Beispiel vorangehen, damit wir auch andere Abteilungen für diese Formen des Führens und Arbeitens gewinnen. Es würde uns natürlich besonders freuen, wenn unsere Mitarbeiter und Führungskräfte zukünftig diesen Wandel leben.

 

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten und um Nutzerverhalten und Marketingmaßnahmen in pseudonymer Form zu analysieren. Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies und stimmen den Webanalyse-Maßnahmen zu. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erweiterte Einstellungen