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Verbraucherschützer für regelmäßigere Prämienanpassungen

19.12.2017

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) fordert von einer neuen Bundesregierung eine Reform des bestehenden Systems bei PKV-Beitragsanpassungen. Es sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die PKV-Prämien jährlich angepasst werden dürfen, sagte Lars Gatschke vom vzbv dem „Handelsblatt“ (19.12.2017).

Diese Forderung deckt sich mit dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des PKV-Verbandes. Sie zeigt, dass sich fast zwei Drittel der Menschen bei Kostensteigerungen lieber eine jährliche Anpassung wünschen als große Erhöhungen alle paar Jahre. Damit wird auch eine Forderung der Privaten Krankenversicherung bestätigt, die ihren Versicherten gerne sprunghafte Beitragsanstiege ersparen würde.

 
 

Nach geltender Rechtslage sind die Versicherungen verpflichtet, die tatsächlichen Kosten regelmäßig zu überprüfen. Wenn diese um mehr als 10 Prozent (in manchen Tarifen gilt ein Wert von 5 Prozent) von den ursprünglich kalkulierten Kosten abweichen, müssen die Beiträge für die Versicherten entsprechend angepasst werden. Die Kostensteigerungen in den PKV-Tarifen überschreiten – glücklicherweise – längst nicht in jedem Jahr diese vorgeschriebenen Schwellenwerte. Dann gibt es auch keine Beitragserhöhung, oft bleiben die Beiträge auch für mehrere Jahre in Folge stabil.

Sobald der oben erwähnte Schwellenwert von 5 bzw. 10 Prozent Kostensteigerung überschritten wird, müssen die Veränderungen der Vorjahre zwangsläufig in die Beiträge einkalkuliert werden. Dann kommt es zu einer aufholenden Anpassung der Beiträge an die tatsächliche Kostenentwicklung. So wird die allgemeine Teuerung der Medizin den Versicherten nachträglich „auf einen Schlag“ in Rechnung gestellt.

Der PKV-Verband setzt sich deshalb seit langem dafür ein, die Kalkulationsvorschriften zu reformieren, um eine stetigere und maßvollere Beitragsentwicklung zu erreichen. Die aktuelle INSA-Umfrage bestätigt nun zusätzlich, dass eine entsprechende Reform im Sinne der Versicherten wäre. Leider hat der Gesetzgeber dies bisher nicht aufgegriffen.

Übrigens: Die oft sprunghaften Beitragsanstiege in der PKV täuschen darüber hinweg, dass die langfristige Beitragsentwicklung in Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung sehr ähnlich verläuft. Zwischen 2008 und 2018 betrugen die Beitragseinnahmen je Versichertem in der GKV 3,28 Prozent pro Jahr, in der PKV sogar nur 3,05 Prozent.