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Hohe Eigenbeteiligung für Kassenpatienten beim Zahnersatz

12.07.2019

Je nach Bundesland müssen gesetzlich Versicherte bis zu 1.228 Euro für Zahnersatz aus der eigenen Tasche zuzahlen. Das zeigt der neue Zahngesundheitsatlas der Barmer Krankenkasse.

Die Kasse hat die Kosten für jedes Bundesland einzeln aufgeschlüsselt. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede, vor allem ein starkes West-Ost-Gefälle:

Während die Gesamtkosten für neuen Zahnersatz (GKV-Leistung + Eigentanteil) je Versicherten im günstigsten Bundesland Sachsen bei 1.274 Euro liegen, beträgt der Bundesdurchschnitt 1.524 Euro. Beim Tabellenführer Niedersachsen sind es 1.877 Euro.

Das führt zu einer hohen Eigenbeteiligung der Versicherten:

Zwischen 47,7 Prozent in Sachsen-Anhalt und 66,7 Prozent in Baden-Württemberg müssen sie für neuen Zahnersatz selbst zahlen, da sich die Gesetzliche Krankenversicherung nur teilweise an den Kosten für Zahnersatz beteiligt.

Konkret macht das zwischen 628 Euro in Sachsen-Anhalt und 1.228 Euro in Bayern für neuen Zahnersatz aus.

Darüber hinaus zeigen sich starke Unterschiede zwischen Stadt und Land in der Frage, wie oft die Versicherten überhaupt neuen Zahnersatz bekommen.

Im Jahr 2017 – dem Zeitraum der Analyse – bekamen 9,0 Prozent der Berliner und 8,7 Prozent der Hamburger einen neuen Zahnersatz. Bundesweit waren es in diesem Jahr 7,4 Prozent; beim Schlusslicht Saarland dagegen nur 6,4 Prozent.

Private Zahnzusatzversicherung im Aufwind

Schutz vor den hohen Eigenbeteiligungen beim Zahnersatz bieten private Zahnzusatzversicherungen. Mit ihnen können gesetzlich Versicherte die begrenzten GKV-Leistungen aufstocken. Sie erhalten – nach Vorleistung der Kasse – je nach Tarif z.B. einen prozentualen Zuschuss zur Rechnung oder zu den verbleibenden Kosten.

Diese Option scheint auch den Versicherten zunehmend bewusst zu werden: Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Zahnzusatzversicherungen erstmals die Marke von 16 Millionen Versicherungen übertroffen. Nach vorläufigen Geschäftszahlen der Privaten Krankenversicherung (PKV) nahm sie um etwa 343.000 Versicherungen zu.

Zahntarife sind die populärsten privaten Zusatzversicherungen. Die PKV-Unternehmen bieten sie sowohl auf individueller Grundlage als auch über Gruppentarife im Rahmen der betrieblichen Krankenversicherung an.

 

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