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HIV-Schutz erhöht Risiken für andere sexuell übertragbare Krankheiten

Neue Studienergebnisse zu den Auswirkungen von PrEP

© istock: MarcBruxelle

 

18.12.2019

Bestimmte Maßnahmen zur Vorsorge vor einer Infektion mit dem Aids-Virus HIV können das Risiko erhöhen, an einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit zu erkranken. Laut einer britischen Studie diagnostizierten Ärzte bei fast drei Viertel aller Patienten, die die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) gegen HIV verwendeten, innerhalb des ersten Jahres Tripper, Chlamydien oder Syphilis. Das berichtet das Forscherteam der London School of Hygiene and Tropical Medicine im Fachmagazin "JAMA Network Open".

Bei der Prä-Expositionsprophylaxe handelt es sich um ein Medikament, mit dem sich Menschen vor einer Ansteckung mit HIV schützen können. Durch die richtige Anwendung besteht auch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit HIV-positiven Menschen keine Ansteckungsgefahr.

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass PrEP-Patienten in der Gewissheit ihrer Immunität gegen HIV beim Sex auf Vorbeugemaßnahmen wie zum Beispiel Kondome verzichten. Dadurch steigt jedoch das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren.

Syphilis-Neuerkrankungen bleiben konstant hoch

Sexuell übertragbare Krankheiten stellen in Deutschland nach wie vor ein Gesundheitsrisiko dar. Erst kürzlich veröffentlichte Zahlen des Robert Koch-Instituts (LINK) belegen ein konstant hohes Niveau bei Syphilis-Neuerkrankungen: Im Jahr 2018 meldeten Ärzte 7.223 Erkrankungsfälle. Im Jahr zuvor waren es 7.140 Fälle. Die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner in einem Bundesland verzeichnet mit 36 Fällen das Land Berlin. Der Bundesschnitt lag bei 8,8 registrierten Betroffenen pro 100.000 Einwohner.

Aufklärung zu Geschlechtskrankheiten von „großer Bedeutung“   

Die Zahlen zeigen, dass die sexuelle Gesundheit für die Gesamtgesundheit der Bevölkerung weiterhin von großer Bedeutung ist. Dabei spielt die Aufklärung zu sexuell übertragbaren Krankheiten eine wichtige Rolle. Wichtige Lebenswelten insbesondere von Jugendlichen wie Schulen und Vereine können die Entwicklung einer gesundheitsfördernden Haltung ihrer Mitglieder zu Sexualität und sexuellen Beziehungen wirksam unterstützen.

Auch eine Mehrheit der Deutschen teilt diese Ansicht: Einer INSA-Umfrage aus dem vergangenen Jahr zufolge sehen 79 Prozent der deutschen Bevölkerung Schulen in der Pflicht, über HIV und andere Geschlechtskrankheiten aufzuklären.

PKV-Verband unterstützt Aufklärungskampagnen

Seit 2005 kooperieren der PKV-Verband und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei der Prävention von Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Der PKV-Verband fördert zum Beispiel die Kampagne LIEBESLEBEN. Sie informiert über Liebe, Sex und Schutz und bietet vor allem einer jungen Zielgruppe Hilfe und Beratung an. Auf dem Online-Portal www.liebesleben.de finden Lehrer, Sozialarbeiter und Ehrenämtler praktische Hilfestellungen für Sexualaufklärung und Präventionsarbeit.

 

BZgA-Kampagne: Die infektastischen STI – Sexuell übertragbare Infektionen

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