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„Die Coronakrise hat ein Investmentkriterium ergänzt“

© Heal Capital

 

Dr. Christian Weiß ist Partner und Geschäftsführer des PKV-Fonds Heal Capital. Der Fonds investiert in aufstrebende Unternehmen, die mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen das Gesundheitswesen bereichern wollen. Im Interview erläutert er, worauf es bei Investitionen in Digital-Health-Unternehmen ankommt - und warum die Corona-Pandemie die Entscheidung zu einem Investment beeinflusst.

Herr Dr. Weiß, Startups durchlaufen von der Geschäftsidee bis zur erfolgreichen Marktreife unterschiedliche Entwicklungsstufen. Fachexperten und Investoren sprechen hier von Phasen. Was meinen sie damit?

Die Phasen beziehen sich auf die Reife des Unternehmens: Ein Unternehmen, das frisch gestartet ist, befindet sich in der Frühphase, auch “Seedphase” oder im Englischen “Seed stage” genannt. Meistens gibt es schon ein kleines Gründerteam, ein Produkt oder eine Dienstleistung und erste Kunden bzw. Nutzer. Im Laufe des Wachstums und der Reife eines Unternehmens folgen dann die Phasen Series A, Series B, Series C. Das geht dann alphabetisch so weiter.

Was heißt das für Investitionen? 

Da Unternehmen in den verschiedenen Phasen unterschiedlichen Kapitalbedarf haben, holen Sie sich dazu häufig Investoren an Bord, die im Rahmen von sogenannten Finanzierungsrunden Kapital bereitstellen. Im Gegenzug erhalten die Investoren Anteile am Unternehmen. Üblicherweise gibt es je nach Phase des Unternehmens eine Spanne, wie hoch das Kapital gemessen an der Unternehmensbewertung ist.

Heal Capital investiert hauptsächlich in Unternehmen, die sich in der Series-A-Phase befinden. Was hat es damit auf sich?  

Heal Capital ist ein Frühphaseninvestor. Das bedeutet, wir unterstützen in einer frühen Phase, in denen Unternehmen für gewöhnlich erste signifikante Umsätze erzielen beziehungsweise mögliche technische Entwicklungen weit fortgeschritten sind. Kurzum: Das jeweilige Unternehmen verfügt bereits über ein funktionierendes Geschäftsmodell.

Wir investieren initial zwischen einer und fünf Millionen Euro -  insgesamt bis zu 15 Millionen Euro - pro Startup. Zudem helfen wir in dieser Phase mit unserer Expertise und Marktzugang.

Warum ist diese Investitionsphase für Digital-Health-Unternehmen wichtig?

In der frühen Phase eines Unternehmens wird der Grundstein für die weitere Entwicklung gelegt: Das Produkt wird angepasst, erste Kunden und Partner gewonnen, das Team weiter aufgebaut und zentrale Prozesse eingeführt. In dieser Anfangsphase ist das was wir als Investor bieten – nämlich Kapital, Netzwerk und Marktzugang – von entscheidender Bedeutung. Stellt sich ein Unternehmen in dieser Phase gut auf, dann ist es wahrscheinlicher, dass es auch die weitere Wachstumsphase gut meistert. Natürlich kann es immer sein, dass ein Geschäftsmodell aus verschiedenen Gründen später noch angepasst wird.

Die Corona-Pandemie hat das Geschäftsklima bei Wagniskapital beeinträchtigt. Heal Capital hat dennoch drei Investments bekannt gegeben. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Wir sind ja im Februar mit dem Fonds gestartet, kurz bevor die Pandemie hier in Europa – also unserer Fokusregion – richtig ausbrach. Als Investor sieht man sich etwa 1.500 Unternehmen pro Jahr an und erkennt gewisse Trends. Durch die Corona-Pandemie wurde der Mangel an digitalen Lösungen im Gesundheitswesen sichtbarer als zuvor. Gleichzeitig gab es teilweise große Unterschiede, wie die einzelnen Unternehmen mit der Situation umgegangen sind. Die Krise hat sozusagen noch ein weiteres Investmentkriterium ergänzt: notwendige Resilienz und Anpassungsfähigkeit in Ausnahmesituationen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir unsere drei Portfoliounternehmen von uns überzeugen konnten. Denn alle drei Unternehmen beweisen eindrucksvoll, dass man gestärkt aus Krisen hergehen kann. 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weiterführende Informationen rund um den PKV-Fonds Heal Capital finden Sie unter healcapital.com.

 
 

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