• Vorlesen
  • A A A

Halbjahreszahlen belegen: PKV ist kein „Krisengewinnler“

 

24.08.2020

Die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben im ersten Halbjahr 2020, das maßgeblich von den Folgen der Corona-Pandemie geprägt war, deutlich mehr für Versicherungsleistungen ausgegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Konkret stiegen die Ausgaben von 13,65 Milliarden Euro 2019 auf jetzt 14,34 Milliarden Euro an. Das entspricht einem Anstieg um 690 Millionen Euro bzw. rund fünf Prozent. 

Diese Zahlen zeigen: Die PKV bringt auch in der Covid19-Pandemie volle Leistung für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten. Sie ist also keineswegs ein ‚Krisengewinnler‘, wie einzelne Kritiker behaupten. Im Gegenteil – die PKV leistet zur Bewältigung der Coronakrise sogar sehr viel höhere Zahlungen an das Gesundheitssystem, als es ihrem 10-prozentigen Versichertenanteil im Vergleich zur GKV entspricht.

PKV überproportional an der Finanzierung der Corona-Kosten beteiligt

Schon allein für die Schutzausrüstung der Arztpraxen zahlt die PKV bis Ende September voraussichtlich 360 Millionen Euro – das ist weitaus mehr, als es einem 10-prozentigen Anteil an den entsprechenden Leistungen der Kassenärztlichen Vereinigungen entspräche. Beim Krankenhaus-Rettungsschirm zahlt die PKV genauso wie die GKV alle Zusatzentgelte entsprechend ihrem Versichertenanteil.

Die Privatversicherten sind zu mehr als 98 Prozent an den Rettungsschirmen beteiligt, nur bei einigen kleineren Teilen ist dies aus rechtlichen Gründen nicht vorgesehen. Aber schon im ersten Halbjahr 2020 zahlte die PKV ein Vielfaches dieser Summe, mehr als 1,5 Mrd. Euro, für ihre zusätzlichen Wahlleistungen an die Krankenhäuser. Dieses Geld, das die Krankenhäuser für Investitionen nutzen, würde ohne die PKV ersatzlos wegfallen.

Gesamtgesellschaftliche Aufgaben aus Steuermitteln finanzieren

Gemeinsam mit der Gesetzlichen Krankenversicherung, die im ersten Halbjahr 2020 übrigens einen Überschuss verzeichnet, fordert die PKV, dass alle Maßnahmen zum Corona-Infektionsschutz, bei denen es sich um eindeutig gesamtstaatliche Aufgaben handelt, aus Steuermitteln und nicht aus Versichertenbeiträgen gezahlt werden müssen. Es kann nicht sein, dass die Sozialversicherung mit Kosten belastet wird, für die eigentlich die Länder zuständig sind.

 

Ähnliche Artikel

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten und um Nutzerverhalten und Marketingmaßnahmen in pseudonymer Form zu analysieren. Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies und stimmen den Webanalyse-Maßnahmen zu. Ihr Einverständnis können Sie jederzeit widerrufen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Erweiterte Einstellungen