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Gewerkschaft kämpft für Pflege-Zusatzversicherung

Entwicklung der Pflegezusatzversicherung 2018

© istock: marchmeena29

 

02.10.2019

Als erste Arbeitnehmervertretung in Deutschland setzt sich die Chemiegewerkschaft IG BCE in den anstehenden Tarifverhandlungen für eine arbeitgeberfinanzierte Pflegezusatzversicherung ein. Diese soll den insgesamt 580.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie zugutekommen.

„Wir wollen in dieser Tarifrunde frische Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Branche formulieren“, begründet der Verhandlungsführer und Vizechef der IG BCE, Ralf Sikorski, den innovativen Vorstoß der Gewerkschaft. Die Frage des Pflegerisikos im Alter „brennt den Beschäftigten auf den Nägeln“. Außerdem sollte die chemisch-pharmazeutische Industrie angesichts des wachsenden Fachkräftemangels an ihrer Attraktivität arbeiten.

Mit Einführung einer „bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung“ (Zitat IG BCE) würde die Branche dem Vorbild des Henkel-Konzerns folgen. Dieser hatte als erstes Großunternehmen in Deutschland eine betriebliche Pflege-Zusatzversicherung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den günstigen Konditionen eines Gruppenvertrages eingeführt.

Finanzierungslücke im Pflegefall schließen

Die künftige tarifliche Pflegezusatzversicherung soll nach Vorstellungen der Gewerkschaft die Finanzierungslücke bei Eintritt des Pflegefalls schließen. Dass dies zu verhältnismäßig geringen Beiträgen möglich ist, zeigen die Tarifangebote, welche die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung schon jetzt auf dem Markt anbieten.

Neben der Einführung einer tariflichen Pflegezusatzversicherung umfasst der Forderungskatalog der Gewerkschaft auch Lohnerhöhungen, eine Qualifizierungsoffensive sowie die Einrichtung eines „persönlichen Zukunftskontos“. Ende September haben die Gespräche zwischen IG BCE und Arbeitgebern in den regionalen Tarifbezirken begonnen. Am 21. Oktober folgen dann die zentralen Verhandlungen auf Bundesebene.

Nach Interpretation der „Schwäbischen Zeitung“ haben die Arbeitgeber bereits Entgegenkommen signalisiert. „Eine zusätzliche tarifliche Absicherung der Beschäftigten für den Pflegefall mag sinnvoll sein, aber in der aktuellen wirtschaftlichen Situation dürfen die Arbeitskosten nicht steigen“, zitiert das Blatt deren Verhandlungsführer Georg Müller, was in der konsensorientierten Branche einem verklausulierten „ja“ entspreche.

 

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