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Gebärdensprach-Dolmetscher: PKV übernimmt Kosten auch im Krankenhaus

PKV-Selbstverpflichtungserklärung für Kostenersatttung von Gebärdensprach-Dolmetscher

© istock: Daisy-Daisy

 

29.01.2020

Seit Anfang dieses Jahres erstattet die Private Krankenversicherung (PKV) die Kosten für Gebärdensprach-Dolmetscherinnen und –Dolmetscher auch im stationären Bereich. Dazu haben sich die Versicherungsunternehmen auf freiwilliger Basis bereit erklärt. Hintergrund dieser Selbstverpflichtung ist der Umstand, dass Gebärdensprach-Dolmetschen nicht mehr vom Fallpauschalsystem der Krankenhausvergütung erfasst wird, sondern separat bezahlt werden muss.

Die PKV begrüßt und unterstützt Maßnahmen, mit denen Menschen mit Hörbehinderung in die Lage versetzt werden, Sprachbarrieren bei medizinisch notwendiger Behandlung zu überwinden. Denn eine erfolgreiche Kommunikation ist Grundvoraussetzung für eine adäquate und sichere Behandlung. In diesem Sinne hat die PKV bereits im Jahr 2011 eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung zur Übernahme von Kosten für entsprechende Leistungen im Rahmen von ambulanten Behandlungen abgegeben. Die nachstehenden Erstattungsmaßgaben gelten nunmehr sowohl für den ambulanten wie auch für den stationären Bereich:    

Kernpunkte der Selbstverpflichtung

1.) Die PKV trägt die Aufwendungen ihrer Versicherten für die erforderliche Hinzuziehung einer Gebärdensprachdolmetscherin oder eines Gebärdensprachdolmetschers wegen medizinisch notwendiger ambulanter und stationärer Heilbehandlung. Erstattet werden Aufwendungen im Rahmen von stationärer Heilbehandlung sowohl in somatischen Krankenhäusern als auch in psychiatrischen oder psychosomatischen Einrichtungen. Soweit vom Versicherungsumfang dem Grunde nach erfasst, werden sie auch bei stationären und ambulanten Rehabilitationsbehandlungen erstattet.

2.) Die Übernahme der Kosten für die Hinzuziehung eines Gebärdensprachdolmetschers erfolgt auf der Grundlage einer Abrechnung der Gebärdensprachdolmetscherin oder des Gebärdensprachdolmetschers in angemessener Höhe. Von einer angemessenen Höhe der Kosten ist jedenfalls auszugehen, wenn der von der Gebärdensprachdolmetscherin oder vom Gebärdensprachdolmetscher der Patientin oder dem Patienten in Rechnung gestellte Betrag den sich bei einer Abrechnung entsprechend § 5 der aufgrund § 9 Abs. 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 27. April 2002 erlassenen Kommunikationshilfenverordnung des Bundes ergebenden Betrag nicht überschreitet.  

 

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