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Pressesprecher Stefan Reker kommentiert in der Kolumne Zwischenruf
 

11.04.2019

Unter dem Motto „Fridays for future“ demonstrieren immer mehr Kinder und Jugendliche für eine nachhaltige Klimapolitik. Die jungen Leute sorgen sich um ihre Zukunft und protestieren gegen eine Gesellschaft, die sich über ihre Interessen hinwegsetzt. Sie verkörpern den berechtigten Anspruch an die heutige Politik, mit den Ressourcen nachhaltig umzugehen, damit auch künftige Generationen gut leben können.

Von vielen Politikern erhalten sie Zuspruch – gerade auch aus den Parteien links der Mitte. Umso befremdlicher ist es, dass SPD, Grüne und Linke an anderer Stelle die Interessen der „Generation #Greta“ mit Füßen treten. In dieser Woche, bezeichnenderweise ebenfalls am Freitag, wird im Bundesrat über einen Vorschlag zum radikalen Umbau der Pflegeversicherung debattiert.

Der Entwurf sieht vor, die Eigenanteile der Pflegebedürftigen zu deckeln und alle Kostensteigerungen auf die künftigen Beitrags- und Steuer­zahler zu verlagern. Diese Deckelung wirkt auch zugunsten von Normal- und Gutverdienern, die sehr wohl aus eigener Kraft für die Pflege-Kosten aufkommen bzw. vorsorgen können. Das wäre ein fatales Signal für weniger statt mehr Eigenvorsorge.

Diese Pläne verheißen den Älteren eine Art Vollkasko-Anspruch und verschieben die Rechnung als unge­deckten Scheck in die Zukunft. Die Kosten müssen in unserer alternden Gesellschaft die jungen Leute tragen, die gerade für ihre „Future“ auf die Straße gehen. Die Ressourcen zur Finanzierung eines stabilen Sozialstaats auch in ihrer Zukunft werden aber heute schon „verheizt“.

Diese Reformpläne wären für die Tragfähigkeit der Kranken- und Pflegeversicherung so fragwürdig wie der Neubau eines Kohlekraftwerks für den Klimaschutz… So gesehen bedeutet der Antrag im Bundesrat an diesem Freitag einen „Friday against future“.

Nachhaltigkeit in der Pflege geht anders. Zum Beispiel so wie bei uns. In der privaten Pflegeversicherung sorgt nämlich jede Generation solidarisch von Anfang an für ihre absehbaren Pflegekosten in der Zukunft vor. Und das nicht nur am Freitag.

 

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