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Ein guter Kompromiss: Die angepasste Hygienepauschale

Ärztin in Schutzausrüstung

© istock: Shinyfamily

 

30.09.2020

Die zwischen Bundesärztekammer (BÄK) und dem PKV-Verband abgestimmte Verlängerung des corona-bedingten Honorarzuschlags ist bei einigen Ärztegruppierungen auf Kritik gestoßen. Sie beanstanden, dass die sogenannte Hygienepauschale ab Oktober mit nunmehr 6,41 Euro extra je Arzt-Patienten-Kontakt zusätzlich zur GOÄ-Vergütung berechnet werden kann. Zwischen April und Ende September betrug die Pauschale 14,75 Euro.

Aus Sicht der PKV ist diese Kritik nicht gerechtfertigt: Mit der Verlängerung der Pauschale als Zusatzentgelt über den 30. September hinaus und ihrer Anpassung in der Höhe wird der aktuellen Entwicklung Rechnung getragen. Zwar besteht bei anhaltender Corona-Pandemie und wieder ansteigenden Infektionszahlen auch weiterhin ein erhöhter Hygienebedarf in den Praxen. Preise und Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln, Schutzbekleidung etc. haben sich inzwischen aber wieder weitgehend normalisiert.

Erleichterte Beschaffung von Hygienebedarf

So sind etwa Atemschutzmasken im Online-Handel aktuell nicht nur wieder erhältlich, auch das Preisniveau ist im Verhältnis zum März deutlich zurückgegangen. Dies ermöglicht es den Praxen, die entsprechenden Artikel inzwischen wieder in größeren Mengen zu beschaffen und vorzuhalten. Eine Annäherung an den Grundsatz der ärztlichen Gebührenordnung GOÄ, demzufolge Hygieneaufwand grundsätzlich mit den regulären Honoraren abgegolten ist, ist daher geboten. 

Übrigens: Die Hygienepauschale, welche die Träger der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung für die Durchgangsärzte vereinbart haben, beträgt 4 Euro je Behandlungstag. Die Vereinbarung der PKV/Beihilfe mit der BÄK übersteigt diese Pauschale seit 1. Oktober 2020 nicht nur um ca. 60 Prozent. Sie kann auch mehrfach am Tag in Ansatz gebracht werden, wenn der Arzt z. B. einmal morgens und später im Laufe des Tages erneut konsultiert wird. Zu beachten ist auch, dass die Hygienepauschale nicht allein für Ärzte gilt: Sie erstreckt sich auch auf Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Voraussetzung ist lediglich ein unmittelbarer, persönlicher Kontakt.

PKV steht zur Patientensicherheit

Die Private Krankenversicherung steht damit zu ihrer doppelten Verantwortung für die Sicherheit der Patienten in Zeiten der Pandemie: Nur, wenn diese absolut davon überzeugt sind, sich ohne Angst vor Infektionen in die Arztpraxen begeben zu können, werden sie Behandlungen nicht aufschieben. Zudem schützen wir das Patienteninteresse an einer fairen Vergütung des tatsächlichen Hygieneaufwands in den Arztpraxen. Vor diesem Hintergrund ist die angepasste Pauschale ein guter Kompromiss, der der veränderten Situation Rechnung trägt.

Selbstverständlich wird der PKV-Verband gemeinsam mit der Bundesärztekammer die weitere Entwicklung der Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Versorgung in den niedergelassenen Praxen weiter eng begleiten und bei Bedarf nachsteuern.

 

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