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Die A1-Bescheinigung: Was Sie jetzt beachten müssen

Wer eine vorübergehende Beschäftigung im europäischen Ausland aufnimmt, benötigt die Entsendebescheinigung A1. Dabei gibt es jedoch Einiges zu beachten – und 2019 tritt eine wichtige Neuregelung in Kraft.

Das EU-Recht sieht vor, dass für Erwerbstätige nur Rechtsvorschriften zur sozialen Sicherheit eines EU-Staates gelten sollen. Das ist in aller Regel der Staat, in dem ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger seiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

Für Personen, die für eine begrenzte Dauer durch ihren Arbeitgeber in einen anderen Staat entsendet werden oder dort einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, gilt diese Zuordnung nicht zwangsläufig. In diesem Fall lässt sich durch die Entsendebescheinigung A1 der Sozialversicherungsstatus eines anderen Staates nachweisen.

Ein Beispiel: Der deutsche Arbeitnehmer Max Mustermann wird für ein Bauprojekt durch seinen Arbeitgeber nach Frankreich entsendet. Die Dauer des Aufenthalts beträgt sechs Monate. Weil Mustermann privatversichert ist, beantragt sein Arbeitgeber rechtzeitig vor der Abreise die A1-Bescheinigung bei der Deutschen Rentenversicherung. Damit kann Mustermann seinen Sozialversicherungsstatus in Frankreich nachweisen. Könnte er bei einer Kontrolle keine Bescheinigung vorlegen, drohen seinem Arbeitgeber empfindliche Geldbußen.    

Die A1-Bescheinigung soll die Freizügigkeit innerhalb der EU-Staaten gewährleisten, die bürokratischen Hürden senken und die Doppelbelastung bei Sozialbeiträgen für Beschäftigte vermeiden.

Wann wird eine A1-Bescheinigung benötigt?

  • Ein Arbeitgeber schickt einen Angestellten in ein anderes EU-Land. Der Arbeitnehmer ist dort vorübergehend für einen Zeitraum von höchstens 24 Monaten für den Arbeitgeber tätig.
  • Ein Arbeitgeber schickt einen Mitarbeiter seines Unternehmens auf eine Dienstreise in das EU-Ausland. Die Bescheinigung ist auch notwendig, wenn die Reise nur wenige Stunden dauert.  
  • Ein Selbstständiger aus einem EU-Land möchte in einem anderen EU-Land einer ähnlichen selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Höchstdauer ist auf 24 Monate begrenzt.   
  • Ein Beamter ist in mehr als einem EU-Land tätig.

Gewöhnliche Beschäftigung versus Entsendung

In der Praxis kommt es gelegentlich zu Abgrenzungsproblemen. Es muss daher im Vorfeld genau geprüft werden, ab wann eine gewöhnliche Beschäftigung oder eine Entsendung vorliegt. Beide Formen der grenzüberschreitenden Beschäftigung unterscheiden sich bei den Geltungszeiträumen der Nachweispflicht.

Die Bedingungen für Entsendungen werden in dem Praktischen Leitfaden über die anzuwendenden Rechtsvorschriften näher erläutert. Das Dokument ist hier abrufbar.

Seit dem 1. Januar 2019 ist das elektronische Antrags- und Bescheinigungsverfahren für A1-Vordrucke verpflichtend. Ziel der Europäischen Union ist es, den Datenaustausch zwischen den europäischen Sozialversicherungsträgern mit Hilfe des elektronischen Austauschs von Sozialdaten (EESSI) zu vereinfachen.

Ausnahmeregel: A1-Bescheinigung noch bis zum 30. Juni 2019 in Papierform möglich

Allerdings stellt die Umstellung für viele Arbeitgeber aus unterschiedlichen Gründen eine große Herausforderung dar. Um die damit verbundenen Folgeprobleme abzumildern, einigten sich die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in den Gemeinsamen Grundsätzen zum A1-Verfahren auf eine Ausnahmeregel. Demnach können Arbeitgeber in begründeten Einzelfällen noch bis zum 30. Juni 2019 auf das bisherige Verfahren zurückgreifen und die A1-Bescheinigung mit Vordruck in Papierform beantragen.

Wo und wie ist die A1-Bescheinigung zu beantragen? (Nur noch bis zum 30. Juni 2019 möglich!)

  1. Arbeitgeber oder selbstständig Erwerbstätige finden auf der Internetpräsenz der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DAVK) die Fragebögen für den Antrag einer A1-Bescheinigung. Hier sind die Fragebögen für die einzelnen Staaten abrufbar.
  2. Der ausgefüllte Fragebogen wird an den jeweiligen Rentenversicherungsträger gesendet.
 

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