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Das sind die Akteure der Pflege-Qualitätsprüfung

© istock: Stadtratte

 

10.10.2019

Mit der Reform der Qualitätsprüfung und -darstellung verändern sich auch die Zuständigkeiten in der Qualitätssicherung von vollstationären Pflegeeinrichtungen. Zukünftig kommen neue Akteure hinzu, die bereits bekannten Akteure bekommen neue Aufgaben. Wer macht was?   

Die vollstationären Pflegeeinrichtungen: Das interne Qualitätsmanagement ausbauen.   

Wenn Versorgung und Betreuung von pflegebedürftigen Menschen im ambulanten häuslichen Umfeld nicht mehr gewährleistet ist, kommt ein Umzug in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung infrage. In vollstationären Pflegeeinrichtungen werden pflegebedürftige Menschen ganztägig unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft gepflegt. Diese zugelassenen Pflegeeinrichtungen verpflichten sich gegenüber den Landesverbänden der Pflegekassen im Rahmen der Versorgungsverträge zur pflegerischen Versorgung der Versicherten. Dabei müssen sie festgelegte Qualitätsanforderungen erfüllen sowie ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement bereitstellen.

Die Pflegeeinrichtungen erheben ab Oktober 2019 halbjährlich sogenannte Ergebnisindikatoren. Dabei handelt es sich um Daten, die Rückschlüsse über die pflegerische Qualität geben. Diese Daten erfassen beispielsweise, wie mobil oder selbstständig die zu pflegende Person ist. Wurden die Indikatoren erhoben, leiten die vollstationären Pflegeeinrichtungen diese Daten an die Datenauswertungsstelle weiter.  

Mit Einführung der neuen Pflege-Qualitätsprüfung stellen die Pflegeeinrichtungen auch Informationen über die Einrichtung (z.B. die Ausstattung des Hauses, die Personalschlüssel, ob selbst gekocht wird oder ob eigene Möbel mitgebracht werden können) nach einem vorgegebenen Fragebogen zur Verfügung. Die Daten werden durch die DatenClearingStelle verarbeitet und zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Pflegekassen: Die Träger der Pflegeversicherung in der Verantwortung.

Die Pflegekassen beziehungsweise die Landesverbände der Pflegekassen sind gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob Pflegeeinrichtungen ihren Verpflichtungen in der pflegerischen Versorgung nachkommen und welche Qualität die erbrachten Leistungen aufweisen. Zur Prüfung der Einrichtungen beauftragen die Landesverbände der Pflegekassen den Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV-Prüfdienst) oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Treten Mängel in der Versorgung von Versicherten auf, können die Landesverbände der Pflegekassen die Einrichtungen auch sanktionieren. Sind die Defizite besonders schwerwiegend, kann das bis zur Kündigung des Versorgungsvertrages führen.       

Die Prüfinstitutionen: Die Vor-Ort-Qualitätsprüfung.

Ein Prüfauftrag eines Landesverbandes der Pflegekassen berechtigt den MDK oder den PKV-Prüfdienst, sich in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung einen Eindruck über die Qualität der pflegerischen Versorgung zu verschaffen. Die Prüfinstitutionen führen Regel-, Anlass- und Wiederholungsprüfungen durch. Nach einer erfolgten Qualitätsprüfung erstellen die Prüfer einen Prüfbericht, den sowohl die geprüfte Einrichtung als auch die Landesverbände der Pflegekassen erhalten. Die Prüfteams sollen in einem fachlichen Dialog mit der Einrichtung erörtern, wie sich die Versorgungsqualität gegebenenfalls verbessern lässt.

Die Datenauswertungsstelle: Statistische Plausibilität prüfen und Vergleichbarkeit schaffen.  

Bei der neu geschaffenen Datenauswertungsstelle (DAS) handelt es sich um eine fachlich unabhängige Institution, die im Auftrag der Kostenträger und der Leistungserbringer arbeitet. Sie sammelt die von den Pflegeeinrichtungen erhobenen Ergebnisindikatoren und wertet diese aus. Das heißt, die DAS prüft die Daten zunächst auf statistische Plausibilität: Es wird geprüft, ob die Angaben der Einrichtung zu einer Bewohnerin oder einem Bewohner bzw. bezogen auf die Bewohnerschaft insgesamt stimmig sind.

Die DAS vergleicht die Indikatorenergebnisse jeder Einrichtung mit den Daten aller vollstationären Pflegeeinrichtungen bundesweit. Danach schickt die DAS einen Bericht an die Pflegeeinrichtungen zurück, um über die statistische Plausibilität der Angaben zu informieren. Außerdem stellt die DAS den Prüfinstitutionen die Daten für die externen Qualitätsprüfungen zu Verfügung.        

Die DatenClearingStelle: Die Informationen bündeln.

Die DatenClearingStelle (DCS) führt die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen des MDK und des PKV-Prüfdienstes, die Erhebungen der Pflegeeinrichtungen und weitere Informationen zu den Einrichtungen zusammen. Die DCS stimmt mit den Pflegekassen die Veröffentlichung der endgültigen Ergebnisse ab.   

 

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