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Finanzierung von Corona-Massentests ist Staatsaufgabe

© iStock/Bill Oxford

 

28.05.2020

Die Bundesregierung plant, die Kosten für Corona-Massentestes bei Menschen ohne Symptome von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanzieren zu lassen. Und das auch für Personen, die nicht gesetzlich versichert sind. Dagegen regt sich in der GKV verständlicherweise Widerstand. Doch wer die Schuld dafür bei der Privaten Krankenversicherung sucht, begibt sich auf einen ordnungspolitischen Irrweg.

Wenn die Politik Massentests von Menschen ohne Symptome anordnet, ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zum Infektionsschutz. Die Kosten müssten daher von der Staatskasse und somit von allen Steuerzahlern getragen werden, anstatt sie auf die viel kleinere Gruppe der Beitragszahler in der Krankenversicherung abzuwälzen.

Es ist falsch, dass die GKV mit den Kosten von Massentests belastet wird – was man allerdings nicht der PKV vorwerfen kann. Das kann nur eine vorübergehende Vorfinanzierung sein, am Ende müssen die Kosten aus Steuermitteln getragen werden. Dann sind auch alle Privatversicherten in ihrer Rolle als Steuerzahler in vollem Umfang an der Finanzierung beteiligt.

PKV leistet ihren Beitrag – auch in der Corona-Krise

Es macht keinen Sinn, Einzelmaßnahmen isoliert zu betrachten. Wer sich das Gesamtbild anschaut, erkennt schnell, dass die PKV ihren Beitrag gerade auch in der Corona-Krise leistet. So finanziert sie zum Beispiel die Krankenhäuser weitaus stärker, als es ihrem Patientenanteil im Vergleich zur GKV entspricht. Über ihre allgemeinen Krankenhausleistungen hinaus zahlt die PKV für Wahlleistungen weitere 2,99 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich an die Kliniken, also ein Mehrfaches der jetzt diskutierten Summen.

Überdies sind die Privatversicherten und die PKV-Unternehmen als Steuerzahler an den Bundeszuschüssen zum Gesundheitsfonds, also zu Gunsten der GKV, voll beteiligt.

 

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