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Von Punkten und Prozenten: Wenn 0,5 größer als 20 ist.

Kugelschreiber und Euromünze

© iStock /filmfoto

 

13.12.2018

Um die gesetzlich beschlossenen Mehrleistungen der Pflegeversicherung zu finanzieren, müssen deren Beiträge steigen. Davon sind gesetzlich Versicherte und Privatversicherte gleichermaßen betroffen. 

In der Privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) informieren die Unternehmen ihre Kunden schriftlich über die notwendige Erhöhung. Die  Versicherten sind oft verwundert, warum ihr Beitrag um 20 Prozent oder sogar mehr steigt, während sie aus den Medien erfahren, dass in der Sozialen Pflegeversicherung der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte angehoben wird.

Die Beiträge in der Pflegeversicherung werden unterschiedlich berechnet

Doch diese 0,5 können in Euro und Cent deutlich teurer sein als die 20. Wie das? Die Beiträge in beiden Systemen werden unterschiedlich berechnet: In der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) hängen sie vom persönlichen Einkommen ab. Dort steigt der Beitragssatz zwar „nur“ von 2,55 auf 3,05 Prozent – doch für einen Durchschnittsverdiener bedeutet das ab 2019 einen Anstieg von bisher 80 Euro auf rund 99 Euro im Monat. Das ist eine Erhöhung um 24 Prozent. Für Kinderlose steigt dieser SPV-Beitrag von 88 auf 107 Euro (plus 22 Prozent).

In der PPV hängen die Beiträge nicht vom Einkommen ab. Neben dem gesetzlich vorgegebenen Leistungsumfang spielen vor allem das Lebensalter und der Gesundheitszustand des Versicherten bei Vertragsbeginn eine Rolle für die Berechnung.

Doch niemand, der mindestens fünf Jahre in der PPV versichert ist, zahlt mehr als den Höchstbeitrag der SPV. Das sind 2019 rund 138 Euro und über 149 Euro für Kinderlose. Die allermeisten Privatversicherten zahlen deutlich weniger.

Ein reales Beispiel: Ein Angestellter, der 1995 zum Start der Pflegeversicherung 35 Jahre alt war (heute 59), zahlt ab dem 1. Januar 2019 monatlich 54 Euro für seine Pflegeversicherung, ein Anstieg um 17 Euro. In der gesetzlichen SPV müsste er 2019 als Kinderloser rund 149 Euro zahlen, das sind 25 Euro mehr als 2018. Demnach hätte der Angestellte in der PPV eine Erhöhung um 46 Prozent und in der SPV um 20 Prozent – bzw. eine Erhöhung des Beitragssatzes um „nur“ 0,5 Prozentpunkte. Wer nur Prozentzahlen ohne absolute Summen betrachtet, erzeugt also ein schiefes Bild: dann wirken 17 Euro Anstieg plötzlich dramatisch viel teurer als 25 Euro Anstieg.

 

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