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Beitragsentwicklung in der Krankenversicherung

© iStock @Togapix

 

13.12.2019

Wie zahlreiche Medien heute berichten, wird es in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) spätestens im Jahre 2021 zu spürbaren Beitragserhöhungen kommen. „Der Tagesspiegel“ macht dies unter anderem daran fest, dass die gesetzlichen Kassen im ausgehenden Jahr 2019 voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro weniger eingenommen als ausgeben haben. Dieser Trend werde sich durch zahlreiche Zusatzausgaben verstärken, die die Kassen aufgrund gesetzlicher Regelungen zu leisten haben. Dies könne im kommenden Jahr zwar vermutlich noch mit den vorhandenen Rücklagen der GKV abgepuffert werden. Doch für die Zeit danach gingen Branchenkenner von Beitragserhöhungen „auf breiter Front“ aus.

Grundsätzlich kann diese Entwicklung nicht überraschen: Die Beiträge zur Krankenversicherung – egal ob gesetzlich oder privat –, steigen schon alleine deshalb an, weil auch die Kosten der medizinischen Behandlungen Jahr für Jahr steigen. Ein wesentlicher Treiber dabei ist der medizinische Fortschritt. Er beschert allen Versicherten mehr Lebens- und Versorgungsqualität, aber er hat eben auch seinen Preis. So haben sich die Gesundheitsausgaben in Deutschland in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt.

Aktuelle Zehnjahres-Entwicklung: Vorteil PKV

Dabei verläuft die Beitragsentwicklung von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung (PKV) über die Jahrzehnte betrachtet sehr ähnlich. Im aktuellen Zehnjahres-Zeitraum von 2010 bis 2020 ist der Anstieg in der GKV mit durchschnittlich 3,8 Prozent pro Kopf sogar deutlich höher als in der PKV, wo es im Schnitt 2,3 Prozent sind. Allerdings spielt sich eine Beitragsanpassung in der GKV – wenn nicht gerade der Zusatzbeitrag steigt – ziemlich lautlos ab: Von jeder Lohnerhöhung schneiden sich die Krankenkassen ihr Stück ab, und auch mit jeder Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze erhöhen sich ihre Beitragseinnahmen. Das läuft Jahr für Jahr fast unbemerkt von den Versicherten ab und verliert sich gewissermaßen im Kleingedruckten des Gehaltszettels.

Die PKV dagegen darf die Beiträge erst dann erhöhen, wenn der Kostenzuwachs eine bestimmte Schwelle überschritten hat. Diese Vorschrift führt oft zu einem Wechsel von längeren Phasen der Stabilität und spürbaren Beitragssprüngen, wie sie auch in diesem Jahr wieder in manchen Tarifen erfolgt sind. Diese Sprünge würden die Unternehmen ihren Versicherten gerne ersparen. Der PKV-Verband hat der Politik dazu konkrete Vorschläge vorgelegt, und auch Verbraucherschützer sprechen sich für eine solche Reform aus. Doch leider hat der Gesetzgeber das bislang nicht aufgegriffen.

 
 

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