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Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildung: Diese Faktoren drücken die Lebenserwartung

18.10.2019

Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildung gehen in Deutschland mit einer deutlich verkürzten Lebenserwartung einher. Wie Forscher des Rostocker Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) berichten, liegt bei Männern im Alter von 30 bis 59 Jahren die Sterblichkeit des am schlechtesten verdienenden Fünftels um 150 Prozent über dem des am besten verdienenden Fünftels. Arbeitslosigkeit verdoppelt demzufolge in dieser Altersgruppe das Sterberisiko, schlechtere Bildung erhöht es bei Männern um etwa 30 Prozent.

Bei Frauen seien die Unterschiede beim Einkommen weniger stark ausgeprägt. Arbeitslosigkeit und Bildung dagegen würden ähnlich schwer wiegen wie bei Männern, betonen die Forscher. Sie hatten die Rentenversicherungsdaten von 27 Millionen Arbeitnehmern ausgewertet, die im Jahr 2013 zwischen 30 und 59 Jahre alt waren. In dem Jahr starben mehr als 42 000 Menschen aus der Gruppe.

Unterschiedliche Lebenserwartung in PKV und GKV

Übrigens: Unterschiede in der Lebenserwartung gibt es auch zwischen privat und gesetzlich Versicherten in Deutschland. Dies war zwar nicht Gegenstand der Rostocker Untersuchung, ergibt sich aber aus früheren Studien sowie den Statistiken des PKV-Verbandes und des Statistischen Bundesamtes. Allerdings ist der Versichertenstatus an sich dabei wohl nicht entscheidend, vielmehr dürfte die höhere Lebenserwartung auf andere Faktoren zurückgehen.

So üben Privatversicherte im Schnitt weniger harte körperliche Tätigkeiten resp. gesundheitsgefährdende Berufe aus und sie pflegen aufgrund ihres Bildungshintergrundes einen tendenziell gesünderen Lebenswandel (Ernährung, Bewegung, etc.) als andere Bevölkerungsgruppen. Und zumindest das mit der Bildung hat jetzt ja auch das Max-Planck-Institut nachgewiesen.

 

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