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Apotheken sichern flächendeckende Versorgung in der Corona-Krise

Arzneimittelversorgung in der Apotheke

© istock: alvarez

 

04.06.2020

Die Deutschen schätzen ihre Apotheke vor Ort. Das gilt insbesondere für den Apotheken-Notdienst, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos ergeben hat. Eine Apotheke in der Nähe zu haben, auf die man sich jederzeit verlassen kann – dafür sind 83 Prozent der Befragten dankbar. 85 Prozent halten den Bereitschaftsdienst für sehr wichtig, um im Notfall dringend benötigte Medikamente zu erhalten. Ebenso viele (86 Prozent) schätzen es, dass beim Apotheken-Notdienst immer ein Apotheker anwesend ist, der sie im Bedarfsfall persönlich beraten kann. Ipsos hatte in der Hochphase der Corona-Pandemie Mitte Mai 1.085 Bundesbürger zwischen 16 und 76 Jahren befragt.

„Tag der Apotheke“ hebt wohnortnahe Arzneimittelversorgung hervor

Die wohnortnahe Arzneimittelversorgung in Deutschland habe sich in der Corona-Pandemie als besonders krisenfest erwiesen, vermeldete die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) im Rahmen der heutigen Video-Pressekonferenz zum „Tag der Apotheke“ am 7. Juni. Mit umfangreichen Eigenschutzmaßnahmen habe eine flächendeckende Versorgung sichergestellt werden können. Von den rund 19.000 Apotheken in Deutschland hätten nur 30 vorübergehend den Betrieb einstellen müssen.

In seinem Lagebericht hob ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die Rolle der Apotheken in der Corona-Pandemie hervor. Als „Experten für Infektionskrankheiten vor Ort“ hätten die Apothekerinnen und Apotheker umfänglich informieren und die Diskussionen versachlichen können und damit eine Vorbildfunktion für das Verhalten in der Pandemie eingenommen.

Hoher Anstieg der Apotheken-Botendienste in der Corona-Krise

Zum Schutz vor allem von älteren und vorerkrankten Patienten haben die Apotheken in dieser Zeit die Botendienste nach Hause deutlich ausgeweitet. Mit den Medikamenten-Lieferungen reduziert sich zugleich das Infektionsrisiko für das Apothekenpersonal. Nach Berechnungen der ABDA wuchs die Zahl der Botendienste von durchschnittlich 300.000 pro Öffnungstag vor der Krise um rund 50 Prozent auf etwa 450.000 im März an.

Zur Finanzierung der bislang kostenlosen Botenlieferungen wurde ein Corona-Zuschlag eingeführt. Fünf Euro pro Botengang dürfen die Apotheken bis zum 30. September verlangen. Die Private Krankenversicherung erstattet ihren Versicherten diesen Zuschlag, wenn sie ihre Rechnung einreichen.

Apotheken in Deutschland profitieren von PKV-Mehrumsatz

Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie macht den Apothekern auch die sinkende Zahl an Apothekenbetriebsstätten zu schaffen. Zwar ist der durchschnittliche Umsatz der Apotheken in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen, doch gleichzeitig haben mehrere Tausend Betriebe geschlossen. Seit 2011 ist ihre Zahl um rund 2.200 auf gut 19.000 zum Jahresende 2019 zurückgegangen.

Für eine flächendeckende Versorgung mit Apotheken leistet die Private Krankenversicherung einen wichtigen Beitrag: Die Apotheken erzielten nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) im Jahr 2015 in der Summe Mehreinnahmen bei Privatversicherten in Höhe von insgesamt 123,2 Mio. €. Dies waren im Durchschnitt mehr als 6.000 € pro Apotheke. Diese Mehrumsätze entstehen, weil der Apothekenabschlag der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei Privatversicherten keine Anwendung findet. Zudem liegt der Apothekenzuschlag bei Privatpatienten durch die anteilig häufigere Versorgung mit Originalpräparaten sowie neuen und in der Regel teureren Präparaten im Schnitt höher als bei Kassenpatienten. Insgesamt beträgt der Mehrumsatz der Privatversicherten in der Arzneimittelversorgung 951 Millionen Euro.

 

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