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Alternde Gesellschaft: Statistisches Bundesamt stützt Warnungen der PKV

© iStock @smartboy10

 

28.06.2019

Die Alterung der Bevölkerung in Deutschland wird sich trotz Zuwanderung und gestiegenen Geburtenzahlen deutlich verschärfen. Zu dem Ergebnis kommt die 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, die das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt veröffentlicht hat.

In den nächsten 20 Jahren, so die Prognose, sind dadurch ein Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter und ein Anstieg der Seniorenzahl vorgezeichnet.

Das hat weitreichende Auswirkungen auf die Sozialversicherungen. Immer weniger erwerbstätige Beitragszahler stehen immer mehr Leistungsempfängern gegenüber. Bis zum Jahr 2035 wird die erwerbsfähige Bevölkerung um rund 4 bis 6 Millionen auf bis zu 45,8 Millionen Menschen schrumpfen (aktuell 51,8 Mio.). Die älteren Bevölkerungsgruppen werden dagegen weiter wachsen. Bis 2039 wird die Zahl der Menschen im Alter ab 67 Jahren um 5 Mio. von derzeit rund 16 Mio. auf mindestens 21 Mio. steigen. Die Zahl der Menschen im Alter ab 80 Jahren wird von 5,4 Mio. im Jahr 2018 bereits bis 2022 auf 6,2 Mio. steigen.

Beiträge in der Sozialen Pflegeversicherung werden deutlich steigen

Weniger Einzahler, mehr Empfänger – das bedeutet für die umlagefinanzierten Sozialversicherungen deutlich höhere Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. Das bestätigt die Warnungen des PKV-Verbandes, die Sozialkassen seien nicht gut für die demografische Entwicklung gerüstet. Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat kürzlich berechnet, dass allein in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) die Beiträge bis 2040 aufgrund der Alterung der Gesellschaft von derzeit 3 Prozent auf 4 bis 8 Prozent ansteigen müssten. Darüber hinaus läge die implizite Schuld der SPV, d.h. die Summe der zukünftigen Leistungsversprechen, die durch heutige Beitragszahlungen nicht gedeckt sind, bei aktuell 435 Mrd. Euro.

PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther mahnt daher: "Die Prognose des Statistischen Bundesamtes ist eine deutliche Warnung: Zur Absicherung sozialer Risiken weiter auf die demografieanfällige Umlagefinanzierung zu setzen, wäre das Gegenteil einer solidarischen und zukunftsgerichteten Politik. Das würde eine enorme Mehrbelastung der künftigen Beitragszahler mit sich bringen. Im Interesse der jungen Generationen ist stattdessen mehr private Vorsorge nötig."

 

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