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Zu irreführenden Medienberichten zum Wechsel zwischen PKV und GKV

15.12.2016

In mehreren Medien ist derzeit zu lesen, dass es einen anhaltenden „Mitgliederschwund“ in der PKV gebe. Die Berichte gehen auf eine Bundestags-Anfrage der Linksfraktion zurück, die Versichertenzahlen der PKV aus den Jahren 2012 bis 2015 als vermeintliches Krisensignal interpretiert.

Fakt ist, dass es von 2012 bis 2015 bei den PKV-Vollversicherten einen leichten Rückgang um insgesamt 2,1 Prozent gab. Dies ist nicht zuletzt eine Folge gesetzlicher Vorgaben. So wurde im selben Zeitraum die gesetzliche Einkommensgrenze zum Wechsel in die PKV um 10,6 Prozent erhöht, von 50.850 Euro im Jahr 2012 auf heute 56.250 Euro Jahresbruttoeinkommen. Das schränkt den Kreis der Versicherten mit Wahlfreiheit zwischen GKV und PKV natürlich immer mehr ein. Zugleich ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse auf einen historischen Rekordstand gestiegen, dadurch mussten zigtausende privatversicherte Selbstständige beim Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung in die GKV wechseln, ob sie nun wollten oder nicht. Das sind zwangsläufige Entwicklungen, die mit der Frage der Leistungsfähigkeit oder Popularität der PKV rein gar nichts zu tun haben.

Von 2012 bis 2015 wechselten tatsächlich mehr Menschen von der Privaten in die Gesetzliche Krankenversicherung als umgekehrt. Der negative Wechsel-Saldo zwischen GKV und PKV hatte seinen Tiefpunkt allerdings bereits 2013. Seitdem schwächt sich dieser Effekt von Jahr zu Jahr deutlich ab – und dürfte schon bald wieder in einen Positiv-Saldo zu Gunsten der PKV münden.

In einem Medienbericht wird der SPD-Politiker Karl Lauterbach mit der Behauptung zitiert, die PKV sei „mit einem ungebremsten Kostenanstieg konfrontiert“. Tatsache ist freilich, dass schon seit 2008 der Ausgabenanstieg in der PKV geringer ist als bei den gesetzlichen Kassen. Die postfaktische Behauptung des Abgeordneten Lauterbach zeigt also eher, dass er mit einem ungebremsten Faktenmangel konfrontiert ist.

 

 

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