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Corona zeigt uns, wie sich eine Pandemie auf alle Lebensbereiche auswirken kann. Die Private Krankenversicherung (PKV) garantiert bei Covid-19 nicht nur ihren Versicherten Schutz bei Krankheit und Pflege, sondern leistet einen hohen Beitrag zur Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Krise.

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PKV trägt Mitverantwortung für das Gesundheitssystem

In der Covid-19-Pandemie garantiert die Private Krankenversicherung (PKV) nicht nur ihren Versicherten Schutz, sie steht auch zu ihrer Mitverantwortung für das Gesundheitssystem insgesamt. Zwischen Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 und August 2021 zahlte die PKV Corona-bedingte Zusatzausgaben von mehr als 2,2 Milliarden Euro. Damit leistet die Private Krankenversicherung weit mehr für die Bewältigung der Pandemie, als es ihrem Versichertenanteil entspricht. Dabei beteiligt sie sich an Corona-Zusatzzahlungen für die Krankenhäuser, die Ärzte und Zahnärzte sowie andere Leistungserbringer.

PKV und Beihilfe sind entsprechend ihrem Versichertenanteil vollumfänglich an allen pandemiebedingten Zusatzzahlungen bei den Krankenhausentgelten beteiligt. Dies betrifft u.a. die Erhöhung des vorläufigen Pflegeentgeltwerts, die Mehrkosten für Schutzausrüstungen und die Entgelte für akutstationäre Behandlungen in Rehabilitationskliniken. Weiterhin leistet die PKV die Zusatzentgelte für Corona-Tests in Krankenhäusern ebenso wie die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und beteiligt sich auch am Bonus für die Pflegekräfte. Allein im Krankenhaus-Bereich entstanden für die PKV dadurch bis August 2021 Zusatzkosten in Höhe von schätzungsweise 637 Millionen Euro.

Der PKV-Verband setzt sich gezielt dafür ein, auch in der Pandemie so viel ambulante Versorgung wie möglich und nötig zu gewährleisten. Dafür gibt es zusätzliche Entgelte, mit denen der Mehraufwand für Hygienemaßnahmen sowie Videosprechstunden und telefonische Leistungen abgerechnet werden kann. Dazu hat der PKV-Verband Vereinbarungen mit der Bundesärztekammer und weiteren Verbänden der Leistungserbringer getroffen. Der Mehrbeitrag der PKV für zusätzliche Hygienemaßnahmen und den vermehrten Einsatz von Telemedizin belief sich bis August 2021 auf schätzungsweise 691 Millionen Euro. Hinzu kommen nochmals rund 288 Millionen Euro Anteil der Beihilfe. 946 Millionen Euro dieser Gesamtsumme entfallen alleine auf die Hygienepauschale. Das entspricht im Schnitt rechnerisch rund 13.140 Euro zusätzlich für jede Arztpraxis.

Damit wird auch der Vorwurf einiger politischer Gegner des dualen Systems widerlegt, die PKV würde sich zu wenig an den Corona-Kosten beteiligen. Allerdings fließen die finanziellen Leistungen der PKV eben nicht durch dieselben Kanäle wie die Gelder der GKV. Das tun sie auch im Normalbetrieb unseres Gesundheitssystems nicht, weil eine unmittelbare Finanzierung von Ärzten für die PKV rechtlich gar nicht zulässig wäre. Die PKV ist am Behandlungsverhältnis zwischen Arzt und Patient nicht beteiligt. Anders als die GKV kennt sie weder Budgets noch Honorarverteilungsmaßstäbe, nach denen Zahlungen für nicht erbrachte Leistungen gewährt werden können.

Um die Versorgung der Patienten auch in der Pandemie zu gewährleisten, hat die PKV mit der Bundeszahnärztekammer vereinbart, den gesteigerten Hygieneaufwand mit einer zusätzlichen Pauschale zu erstatten. Dieser Mehrbeitrag der PKV beträgt bis August 2021 schätzungsweise 207 Millionen Euro, das entspricht rechnerisch im Schnitt je Zahnarztpraxis einer Zusatzeinnahme von rund 5.500 Euro.

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie waren die Pflegebedürftigen und Pflegeeinrichtungen besonders belastet. Deshalb hat der Gesetzgeber einen Rettungsschirm für die Pflegeeinrichtungen eingeführt, um die pflegerische Versorgung in der Pandemie zu sichern. Bei der Finanzierung des Rettungsschirms ist die PKV entsprechend ihrem Versichertenanteil in vollem Umfang beteiligt. Insgesamt belaufen sich die Mehrausgaben der Privaten Pflegepflichtversicherung für den Pflege-Rettungsschirm auf 480 Millionen Euro. Diese müssen über einen Corona-Zuschlag, der ausschließlich im Jahr 2022 erhoben wird, von den Versicherten ausgeglichen werden.

Einige Maßnahmen der Krisenbewältigung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben und sollen daher aus Steuermitteln refinanziert werden. Dies betrifft die Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser für das Freihalten stationärer Kapazitäten und den Bonus für die Schaffung zusätzlicher Intensivbetten. Letztlich sind die Bundesländer verantwortlich für die Finanzierung von Investitionskosten der Krankenhäuser, wozu auch Intensivbetten und Beatmungsgeräte gehören. Als Steuerzahler sind Privatversicherte und PKV-Unternehmen an der Finanzierung der Maßnahmen beteiligt. Neuesten Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI zufolge ist die Beteiligung der Privatversicherten am Steuerzuschuss zur GKV sogar überproportional: Dazu steuern sie einen Anteil von mehr als 20 Prozent bei, obwohl sie nur rund 10 Prozent der Versicherten in Deutschland stellen.

Wenn der Gesetzgeber Massentests von Menschen ohne Krankheitssymptome anordnet, ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe zum Infektionsschutz. Die Kosten müssen daher aus Steuermitteln gezahlt werden. Die PKV hat sich daher, ebenso wie die GKV, explizit gegen die Finanzierung aus Beitragsmitteln der GKV ausgesprochen. Werden die Testkosten, wie angekündigt, aus dem Bundeshaushalt refinanziert, sind die Privatversicherten als Steuerzahler vollumfänglich an der Finanzierung beteiligt.

Übernahme von Testkosten bei Privatversicherten

Zudem muss der Beitrag der PKV auch jenseits von Einzelmaßnahmen der Krise gesehen werden. So leistet die PKV weitaus mehr zur Finanzierung des Gesundheitssystems, als es ihrem Versichertenanteil im Vergleich zur GKV entspricht. Bundesweit erhalten die Kliniken allein für Wahlleistungen der PKV jährlich 2,99 Milliarden Euro ergänzend zu den allgemeinen Krankenhausleistungen.

Im ambulanten Sektor beträgt der PKV-typische Mehrumsatz 6,43 Milliarden Euro. Damit stehen jeder Arztpraxis rechnerisch mehr als 55.000 Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung, als wenn sie die Privatversicherten nach den Regeln der GKV behandeln würde. Diese Mittel können die Ärzte in zusätzliches Personal und moderne medizinische Ausstattung investieren.

Der stark überproportionale Finanzierungsanteil ist ein wesentlicher Beitrag der PKV zur ambulanten Versorgungsstruktur, die sich in der Corona-Krise einmal mehr bewährt hat. Vor allem diese flächendeckende ambulante Versorgung mit Hausärzten und Fachärzten macht einen entscheidenden Unterschied zu anderen europäischen Staaten. Viele COVID19-Patienten konnten bei uns außerhalb des Krankenhauses erfolgreich behandelt werden. Die meisten Infizierten mussten daher nicht in die Kliniken gehen, die beispielsweise in Italien unfreiwillig zu Hotspots der Ansteckung wurden – mit teilweise katastrophalen Folgen.

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Wie Deutschland durch die Pandemie kommt

Im internationalen Vergleich ist Deutschland bislang gut durch die Pandemie gekommen. Das belegt eine aktuelle Studie zu den europäischen Gesundheitssystemen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP): Von den untersuchten 15 Ländern weist Deutschland die drittniedrigsten Infektionszahlen und die fünfniedrigsten Covid-19-Todesfälle auf. Einen wichtigen Anteil daran hat das deutsche Gesundheitswesen: Das dichte Netz an niedergelassenen Ärzten hat die Krankenhäuser entlastet und das Infektionsgeschehen von Hochrisikogruppen ferngehalten. Durch die europaweit höchste Zahl an Intensivbetten kam es bei der stationären Versorgung von schwerkranken Covid-19-Patienten nur lokal und temporär zu Engpässen. 

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Aus Angst, sich in der Praxis mit Corona anzustecken, hat jeder vierte chronisch Kranke in diesem Jahr schon mindestens einen Arzttermin abgesagt. Die PKV, die die Praxen bei aufwendigen Hygienemaßnahmen unterstützt, appelliert an alle Patienten, ihre Behandlungs- und Vorsorgetermine wahrzunehmen.

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