• Vorlesen
  • A A A

PKV kompakt

Betriebliche Krankenversicherung

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine durch den Arbeitgeber organisierte und meist auch durch ihn finanzierte Form der Krankenzusatzversicherung für Mitarbeiter. Seit dem 1. Januar 2014 müssen die Beiträge zu einer bKV mit der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer voll versteuert werden. Zudem fallen Abgaben für die Sozialversicherung an. Dennoch ist eine bKV nach wie vor ein attraktives Produkt.

 

Der Systemwettbewerb als Innovationsmotor

Die Teilhabe der Versicherten am medizinischen Fortschritt ist eines der wesentlichen Kriterien für die Qualität der medizinischen Versorgung. Gesundheitssysteme bemessen sich daher auch daran, wie schnell sie in der Lage sind, Innovationen in die Regelversorgung zu überführen. International betrachtet steht Deutschland beim Zugang zu Innovationen sehr gut da. Dass dies so ist, ist vor allem dem Systemwettbewerb aus gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) zu verdanken.

 

Demografie: Finanzierungsprobleme in der Sozialversicherung

Bis zum Jahr 2060 wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen um etwa ein Drittel abnehmen, die der über 65-Jährigen um etwa ein Drittel zunehmen und sich gleichzeitig die Zahl der Erwerbstätigen dramatisch reduzieren. Programmiert ist damit auch ein wachsender Bedarf an Leistungen in den Sozialversicherungssystemen mit alterungsabhängig steigenden Leistungsausgaben wie in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Demografie-Studie des WIP zeigt, dass Deutschland insgesamt auf erhebliche Finanzierungsprobleme im Bereich der sozialen Sicherungssysteme zusteuert.

 

PKV fördert Wahlfreiheit und Innovation im Arzneimittelbereich

In der Arzneimittelversorgung lassen sich zwischen PKV und GKV deutliche Unterschiede feststellen: Eine größere Wahl- und Therapiefreiheit für Ärzte, Innovationsfreundlichkeit und ein Mehrumsatz in der PKV sind klare Belege für den lebendigen Wettbewerb zwischen den beiden Systemen. Neueste Zahlen liefert hierzu die aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) „Arzneimittelversorgung von Privatversicherten 2012“.

 

30 Jahre Pflegeversicherung: Vom Kostenträger zum Gestalter

Bereits 1984 hat die PKV die freiwillige Pflegeversicherung als Vorsorgelösung ins Leben gerufen. Damit ist die Private Pflegeversicherung 10 Jahre älter als die Soziale Pflegeversicherung, deren Einführung der Gesetzgeber erst 1994 beschlossen hat. Seitdem ist viel geschehen: Die PKV hat sich vom reinen Kostenträger zu einem aktiven Gestalter in der Pflege entwickelt.

 

Alterungsrückstellungen in der PKV

Alterungsrückstellungen sind das Wesensmerkmal der PKV: jede Generation sorgt selbst für die steigenden Gesundheitsausgaben der Zukunft vor. Seit dem Jahr 2000 werden Rücklagen nicht nur zur Demografievorsorge gebildet, sondern auch als Vorsorge für die Kostensteigerungen durch den medizinischen Fortschritt. In der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung bestehen mittlerweile Alterungsrückstellungen in Höhe von rund 219 Mrd. Euro (Stand: Ende 2015). Allein von den Rückstellungen der Privaten Krankenversicherung könnten rechnerisch Leistungen in heutigem Umfang über 8,5 Jahre finanziert werden.

 

WIP-Studie bestätigt: Dualität schützt vor „Zwei-Klassen-Medizin“

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat einen Vergleich der Gesundheitssysteme der OECD-Staaten vorgenommen. Ergebnis: in einheitlich organisierten Gesundheitssystemen bestehen sehr viel stärkere Einschränkungen beim Zugang zu medizinischen Leistungen als in Deutschland. In Deutschland erweist sich der Systemwettbewerb von PKV und GKV als echte Sicherung gegen Leistungseinschränkungen in der GKV und gegen die „Zwei-Klassen-Medizin“. Von Serviceaspekten abgesehen, gibt es in der Grundversorgung von PKV- und GKV-Versicherten keinen substantiellen Versorgungsunterschied.

 

Leistungsumfang in der Privaten Krankenversicherung

Mindestens 80 Prozent der Tarife in der PKV enthalten deutlich mehr Leistungen als die Gesetzliche Krankenversicherung. Entscheidend ist, dass die medizinischen Leistungen vor allem bei den großen gesundheitlichen Risiken umfassend abgesichert sind. Hier haben die Privatversicherten einen uneingeschränkten Schutz – und zwar ein Leben lang. Sie müssen keine Angst haben, dass der Gesetzgeber Leistungen streicht – wie es in der GKV z.B. beim Zahnersatz, bei Brillen und rezeptfreien Arzneimitteln geschehen ist.

 

Portabilität in der PKV löst keine Probleme

Mit der Schaffung portabler Alterungsrückstellungen würde der Gesetzgeber sich erhebliche verfassungsrechtliche und sozialpolitische Risiken einhandeln. Je nach Umsetzung liefe die Portabilität Gefahr, zu massiven Beitragserhöhungen bei Kranken zu führen, die gesamte PKV in einen Einheitstarif zu verwandeln oder im nächsten Reformschritt in eine Ausgleichszahlung an die GKV beim Wechsel PKV-GKV instrumentalisiert zu werden.