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PKV Dossier

Medizinisch-technischer Fortschritt als Ergebnis des Systemwettbewerbs

Die Teilhabe aller Versicherten am medizinischen Fortschritt, egal ob gesetzlich oder privat versichert, ist ein Beleg für Deutschlands internationalen Spitzenplatz in der medizinischen Versorgung. Dafür sorgt eine spezifische Innovationsmotorik, die unmittelbar auf dem Systemwettbewerb zwischen der sozialstaatlichen Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privatwirtschaftlichen Privaten Krankenversicherung (PKV) basiert.

 

Digitale Gesundheitsdaten und Beitragskalkulation in der PKV

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet Chancen und Risiken. Viel zu kurz kommen immer noch die Chancen, etwa der Nutzen digitaler Gesundheitsdaten für die Verbesserung von Prävention und Therapie. Es überwiegt häufig die Sorge um den ‚gläsernen Patienten‘ oder die Warnung, die Beiträge für die Krankenversicherung könnten zukünftig vom täglichen Monitoring individueller Gesundheitsdaten abhängen. Mit Blick auf die PKV dreht sich diese Debatte um ein Phantom…“

 

Dualität von PKV und GKV: ein gesundheitspolitisches Erfolgsmodell

Die Dualität aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung in Deutschland hat sich bewährt. Alle Patienten haben Zugang zu einer flächendeckenden Versorgung auf dem Niveau des therapeutischen Fortschritts; die Rationierung ist im internationalen Vergleich gering. Gegen die Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens sprechen viele gute Gründe. Dazu gehören die Prophylaxewirkung der Dualität gegen Zwei-Klassen-Medizin oder die Korrektivfunktion, die beide Systeme füreinander haben. Unbestritten haben GKV und PKV Probleme. Aber: Jedes System ist für die Lösung seiner spezifischen Probleme selbst verantwortlich.

 

30 Jahre Pflegeversicherung: Vom Kostenträger zum Gestalter

Bereits 1984 hat die PKV die freiwillige Pflegeversicherung als Vorsorgelösung ins Leben gerufen. Damit ist die Private Pflegeversicherung 10 Jahre älter als die Soziale Pflegeversicherung, deren Einführung der Gesetzgeber erst 1994 beschlossen hat. Seitdem ist viel geschehen: Die PKV hat sich vom reinen Kostenträger zu einem aktiven Gestalter in der Pflege entwickelt.

 

Die Illusion vom einheitlichen Krankenversicherungsmarkt

Das geringe Ausmaß an Rationierung in Deutschland belegt die positiven Wirkungen des dualen Krankenversicherungssystems aus GKV und PKV. Dennoch ist die Dualität ein gesellschaftspolitisches Reizthema. Einer heute verbreiteten These zufolge gebe es zu wenig Wettbewerb zwischen den Systemen. Deshalb müsse ein einheitlicher Krankenversicherungsmarkt geschaffen werden. Doch Gesundheitssysteme unterscheiden sich fundamental von liberalen Marktordnungen. Solange es keine Lösung für die strukturellen Wettbewerbsdefizite innerhalb der Systeme gebe, könne eine Konvergenz der Systeme auch nicht zu mehr Wettbewerb führen. Im Gegenteil würde ein einheitlicher Versicherungsmarkt zu einer Senkung des vorhandenen Wettbewerbsniveaus führen. Es gebe kein Indiz, dass ein einheitlicher Krankenversicherungsmarkt zu einem höheren Versorgungsniveau, mehr Qualität, mehr Wahlfreiheit und einer effizienten Mittelverwendung führen könne.

 

Die Sozialfunktionalität der PKV im dualen System

In Deutschland entspricht der Pflicht zur Krankenversicherung das Recht des Versicherten auf Aufnahme in eine Krankenversicherung. Leitmotiv ist dabei, dass der Krankenversicherungsschutz zum Existenzminimum gehört, das im dualen Krankenversicherungssystem von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung für die ihnen zugeordneten Versicherten zu leisten ist.