• Vorlesen
  • A A A
Vorsicht Bürgerversicherung!
 

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Freie Arzt- und Krankenhauswahl, ein flächendeckendes medizinisches Versorgungsnetz mit kurzen Wartezeiten für alle Menschen verdanken wir im Wesentlichen dem dualen System aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung. Ein Blick über die Grenze zeigt, dass die medizinische Versorgung in Ländern mit Einheitssystemen deutlich schlechter ist. Lange Wartezeiten, hohe Zuzahlungen und ein begrenzter Leistungsumfang sind dort die Folge.

Doch im Bundestagswahlkampf fordern nun erneut drei Parteien – mehr oder weniger deutlich – die Einführung einer Einheitsversicherung, genannt „Bürgerversicherung“. Die Argumente dagegen sind noch immer die gleichen wie vor vier Jahren: Die Folgen eines solchen Einheitssystems wären weniger Wettbewerb, weniger Selbstbestimmung und ein eingeschränkter Leistungskatalog für alle. Die Erfahrung in anderen Ländern zeigt: Zugang zu Spitzenmedizin haben in solchen Einheitssystemen nur Menschen, die es sich leisten können. Das wäre der Beginn einer echten Zwei-Klassen-Medizin.

 

 

Ländervergleich: Zugangshürden in Einheitssystemen

 

In allen einheitlich organisierten Krankenversicherungsmärkten des europäischen Auslands lassen sich Versorgungsunterschiede in Abhängigkeit von der individuellen Finanzkraft feststellen. Das belegt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). In Deutschland erweist sich hingegen der Systemwettbewerb aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung in einem gemeinsamen Versorgungssystem als Sicherung gegen Rationierung und „Zwei-Klassen-Medizin“.

 

Für unser Gesundheitssystem

 

Privatversicherte tragen in allen Bereichen dazu bei, das hohe Versorgungsniveau des deutschen Gesundheitswesens zu sichern. Das belegt eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Demnach würden jedem niedergelassenen Arzt ohne PKV im Schnitt mehr als 50.000 Euro pro Jahr fehlen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie in der PKV-Verbandszeitschrift PKV publik.

 

aktuelle Studien

 

Böckler-Stiftung

 

Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Martin Albrecht, Meilin Möllenkamp, Hans-Dieter Nolting, Susanne Hildebrandt: Transformationsmodell einer Bürgerversicherung
Reihe STUDY, Nr. 332 (Oktober 2016)


Die Studie der gewerkschaftsnahen Hans- Böckler-Stiftung untersucht und vergleicht unterschiedliche Gestaltungsvarianten einer Bürgerversicherung unter dem Aspekt ihrer Beschäftigungswirkungen in der Krankenversicherung-

 

PVS

 

Sudie für den Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS)

Dr. Hans-Joachim Kaiser: EXPERIMENT BÜRGERVERSICHERUNG – BEDROHUNG DER MEDIZINISCHEN INFRASTRUKTUR Oder: Was für die ambulant tätigen Ärzte und ihre Patienten auf dem Spiel steht!
Berlin, Mai 2017


Die Bürgerversicherung („GKV für alle“) bedroht die medizinische Infrastruktur in der fachärztlichen Versorgung. Für die ambulant tätigen Fachärzte steht genauso wie für die Patienten sehr viel auf dem Spiel. Mit der Bürgerversicherung würden der hochspezialisierten Facharztversorgung die finanziellen Voraussetzungen endgültig entzogen. Das Ziel: Ein zentral gesteuertes, budgetiertes Gesundheitswesen unter staatlicher Aufsicht.

 

RWI

Studie von Boris Augurzky und Stefan Felder: Volkswirtschaftliche Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung
 

Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)

Boris Augurzky, Stefan Felder: Volkswirtschaftliche Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung
RWI-Materialien 75 (August 2013)


Die Einführung einer Bürgerversicherung wird mittelfristig das Wachstum der deutschen Wirtschaft hemmen und wäre wohlfahrtsmindernd. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Im Auftrag des PKV-Verbandes haben die Forscher die volkswirtschaftlichen Kosten und Nebenwirkungen einer Bürgerversicherung bis 2040 untersucht.

 

BVNF

Studie des BVNF: Jobkiller Bürgerversicherung: Risiken und Nebenwirkungen: Mehr als 120.000 Arbeitsplätze in Gefahr
 

Studie des Bundesverbandes der niedergelassenen Fachärzte (BVNF)

Jobkiller Bürgerversicherung. Risiken und Nebenwirkungen: Mehr als 120.000 Arbeitsplätze in Gefahr


Jobkiller Bürgerversicherung: Auch der Bundesverband der niedergelassenen Fachärzte warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch eine Bürgerversicherung. Rund 120.000 Jobs in Arztpraxen und Versicherungswirtschaft sieht er in Gefahr.

 

Betriebsräte

Ausarbeitung der Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke!“: Regionale Auswirkungen der „Bürgerversicherung“ auf den deutschen Arbeitsmarkt
 

Ausarbeitung der Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke.“

Regionale Auswirkungen der „Bürgerversicherung“ auf den deutschen Arbeitsmarkt (September 2013)


Die Betriebsratsinitiative „Bürgerversicherung? Nein Danke.“ hat in einer Studie die regionalen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt als Folge einer solchen Einheitsversicherung untersucht.

 

vbw

 

Die Bürgerversicherung – Mythos und Wahrheit

Eine Studie des Instituts für Gesundheitsökonomik (IfG) in München (April 2013)


Im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) werden die Auswirkungen der Bürgerversicherung auf die Arbeitgeber untersucht. Durch die Anhebung (Grüne) bzw. Aufhebung (SPD) der Beitragsbemessungsgrenze  werden Arbeitgeber mit zusätzlichen Ausgaben belastet. Anhand von Beispielen wird gezeigt, dass die Bürgerversicherungsmodelle insgesamt wie eine Sonderabgabe auf hochwertige Arbeitsplätze wirken.

 

IdW

 

Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IdW)

Dr. Jochen Pimpertz: Bürgerversicherung – kein Heilmittel gegen grundlegende Fehlsteuerungen, IW policy paper 12/2013


Das Heilsversprechen der Bürgerversicherer vermag die Bürgerversicherung nicht einzulösen – unabhängig von ihrer konkreten Ausgestaltung. Denn die Fehlsteuerungen, die zu einem überproportionalen Ausgabenanstieg in der GKV führen, können nicht durch die Ausweitung unerwünschter Anreize auf weitere Personenkreise überwunden werden. Umgekehrt bedeutet das, dass die Bürgerversicherung keine Voraussetzung für mehr Wettbewerb innerhalb der GKV ist. Weder die Versichertenstruktur der PKV-Versicherten noch deren Einkommensstruktur geben Anlass zu der Hoffnung, dass mit einer Ausdehnung der Pflichtversicherung dauerhaft Entlastungen realisiert werden können.

 

Steiner

 

Udo Steiner

Verfassungsfragen der dualen Krankenversicherung; Schriften zum Gesundheitsrecht, Band 37, Berlin 2015


Die deutsche Grundentscheidung für ein Nebeneinander von Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) bleibt über die Wahlen des deutschen Bundestages hinaus ein Großthema der sozial- und gesundheitspolitischen Diskussion. Diese Diskussion kann ohne die verfassungsrechtliche Sicht nicht geführt werden. Der Verfasser analysiert, ob eine Veränderung des gesetzlichen Status quo zu Lasten der PKV und insbesondere die Ersetzung des dualen Systems durch eine Einheitsversicherung auf verfassungsrechtliche Hindernisse kompetenzieller und grundrechtlicher Art stoßen.