MELDUNGEN
Deutsche misstrauen der gesetzlichen Pflegeversicherung
Die Mehrheit der Bürger in Deutschland fordert Klarheit über die finanzielle Absicherung im Pflegefall und fühlt sich von der Politik mit dem Thema allein gelassen. Zu diesen Ergebnissen kommt die neue repräsentative Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) „Pflege in Deutschland“ im Auftrag der Marseille-Kliniken AG. In der aktuellen Bestandsaufnahme über alle Alters- und Einkommensklassen aus Ost- und Westdeutschland wurden 1.804 Bürger zu den Themen Qualität, Finanzierung und politische Relevanz des Pflegesystems befragt.
71 Prozent der Bürger sind der Meinung, dass das Thema Pflege in der Politik nicht den nötigen Stellenwert einnimmt. Das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Pflegeversicherung ist gering. Nur zehn Prozent der Befragten fühlen sich durch sie ausreichend abgesichert. Dem gegenüber stehen 75 Prozent, die befürchten, im Pflegefall nicht genügend versorgt zu sein. Aus Sicht von 78 Prozent reichen die Einnahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung dafür nicht aus. Die Sorge über die finanzielle Absicherung wächst vor allem bei den einkommensschwächeren Haushalten (53 Prozent), weniger stark ist sie bei Bürgern mit überdurchschnittlichem Einkommen vorhanden (38 Prozent).
Die Frage, wie für eine ausreichende finanzielle Absicherung im Pflegefall zu sorgen ist, spaltet die Deutschen in zwei Lager: 34 Prozent sehen dabei den Staat in der Verantwortung, 39 Prozent setzen auf eine private Vorsorge. Auch in dieser Frage hängt die Einstellung der Deutschen maßgeblich von ihrer wirtschaftlichen Situation ab. Während einkommensschwache Schichten die Finanzierung ausschließlich bei der gesetzlichen Pflegeversicherung sehen, entscheidet sich mehr als jeder zweite Gutverdiener zugunsten einer zusätzlichen, privaten Absicherung.
Doch obwohl die Mehrheit weiß, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung allein nicht ausreichen werden, haben bisher nur die wenigsten eine private Police zur Absicherung im Alter abgeschlossen.
Studie unter: www.marseille-kliniken.de