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Interview mit Dustin Lehmann (20), einem so genannten „Peer“ der PKV-Alkoholprävention

Sie arbeiten als so genannter „Peer“ in der Alkoholprävention. Was genau ist ein Peer und wie sieht Ihre Arbeit aus?

Der Begriff „Peer“ stammt aus der Jugendpsychologie und steht für „Gleichaltrige“. Wir Peers sind alle in dem Alter der Zielgruppe der Präventionskampagne. Dadurch bekommt man einen schnelleren Zugang zu den Jugendlichen. Es ist uns wichtig, Gespräche auf Augenhöhe zu führen und keine belehrende Position einzunehmen. Während unserer Arbeit gehen wir auf Jugendliche zu und versuchen mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei diskutieren wir über starken Alkoholkonsum und seine Folgen, klären auf und gehen auf ihre Fragen ein. Desweiteren raten wir zu moderatem Umgang mit Alkohol. Die Gespräche sollen ungezwungen und für die Jugendlichen interessant sein.

Wie reagieren Jugendliche, wenn Sie von Ihnen in Clubs, auf Festivals oder am Urlaubsort angesprochen werden?

Meistens sehr gut. Für viele ist die Kampagne schon ein Begriff. Als ich anfing, dachte ich, dass sicherlich viele nicht angesprochen werden wollen, doch die meisten sind gerade bei dem Thema Alkohol sehr aufgeschlossen. Durch unsere auffallende Kleidung werden wir sogar manchmal angesprochen. Manchmal verteilen wir nach guten Gesprächen noch Geschenke, worüber sich die Angesprochenen dann besonders freuen. Natürlich sagen wir nicht schon vor dem Gespräch, „dass es was zu holen gibt“, da das Gespräch im Vordergrund stehen soll.

Wie muss Ihrer Meinung nach eine erfolgreiche Alkoholprävention aussehen, um bei den Jugendlichen anzukommen?

Sie muss realistische Ziele verfolgen. Würden wir die Jugendlichen belehren und von jeglichem Konsum abraten, würden uns die meisten gar nicht zuhören oder nicht ernst nehmen. Wir wollen auf Augenhöhe agieren und dürfen deshalb unter keinen Umständen in eine Lehrerrolle fallen.

Wo werden Sie in diesem Sommer noch arbeiten?

Um eine möglichst große Anzahl an jungen Leuten zu erreichen, sind unsere Einsatzorte oftmals Festivals oder andere bekannte Anlaufstellen der Jugendlichen.
Ich selber werde nächste Woche nach Nürnberg zu einer großen Beachparty fahren und am nächsten Tag in der Innenstadt unterwegs sein. Später besuchen wir noch diverse Festivals, wie z.B. das „Dorstival“, ein Festival für Jugendliche mit ca. 2000 Besuchern. Außerdem haben wir noch einige Stadteinsätze in großen Städten Deutschlands. Dann sind wir noch auf dem Umsonst & Draußen Festival in Karlstadt und auf Usedom und Fehmarn.

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