PFLEGE
Aufgrund der demografischen Entwicklung werden zukünftig immer mehr ältere Menschen in Deutschland auf Hilfe angewiesen sein: Aktuellen Studien zufolge muss in hohen Jahren jeder Zweite damit rechnen, pflegebedürftig zu werden. Nimmt man die Angehörigen noch hinzu, dann wird Pflegebedürftigkeit früher oder später zum Lebensbestandteil fast eines jeden Menschen – mit spürbaren Auswirkungen auf unseren Alltag.
Pflege und Pflegequalität rücken deshalb zunehmend in die öffentliche Wahrnehmung. Allerdings sind viele in diesem Zusammenhang wichtige Fragen – beispielsweise rund um das häusliche Versorgungsgeschehen – nicht hinreichend beachtet, geschweige denn wissenschaftlich geklärt.
Doch das wird sich jetzt nach und nach ändern. Denn der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat das „Zentrum für Qualität in der Pflege“ (ZQP) gegründet. Dabei handelt es sich um eine Stiftung zur Weiterentwicklung wissenschaftsbasierter Standards und transparenter Verfahren der Qualitätssicherung in der Pflege. Die PKV greift damit eine seit langem bestehende Forderung von Politik und Pflegefachwelt auf, von der sich offenbar niemand anders hinlänglich angesprochen fühlte.
Fachlich unabhängig, thematisch breitestmöglich aufgestellt sowie unter ständi–ger Beteiligung von Wissenschaftlern, Praxisexperten und Selbsthilfeorganisationen wird das ZQP zur kontinuierlichen Verbesserung der Pflege beitragen. Ob Altersforschung, Medizin, Rechts- oder Pflegewissenschaft: An der Qualität der Pflege sind viele Fachbereiche beteiligt. Das ZQP bildet dies durch seine interdisziplinäre Sichtweise ab: Als einzige Einrichtung dieser Art in Deutschland will das Zentrum die Erkenntnisse fachübergreifend bündeln und dabei Experten ebenso einbeziehen wie neue Akteure.
Das ZQP wird künftig regelmäßig über den Stand der Qualitätsentwicklung in der Pflege sowie vielversprechende Praxismodelle informieren und eine internetbasierte Zeitschrift herausgeben. Mit einem jährlichen Volumen von zwei Millionen Euro fördert die Stiftung Forschungsvorhaben, die bestehende Wissenslücken schließen und zugleich wichtige Impulse in der Qualitätsdiskussion im Bereich der Pflege setzen. Dabei werden diese Projekte ausgeschrieben und durch eine unabhängige Kommission an wissenschaftliche Institute extern vergeben.
Als Vorsitzende des Stiftungsrats konnte die bayerische Landtagsabgeordnete und frühere Sozialministerin Christa Stewens gewonnen werden. Neben ihr und Vertretern der Stifterseite gehört dem Rat auch die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Sabine Jansen, an. Mit zunächst sechs Mitarbeitern hat die Geschäftsstelle des Zentrums Mitte November ihre Arbeit in Berlin aufgenommen.
Mit der Stiftung des ZQP setzt die PKV ihr Engagement im Bereich der Pflege konsequent fort. Der erste Schritt auf diesem Weg war die erfolgreiche Gründung der COMPASS Private Pflegeberatung im Vorjahr. Über inzwischen zehn COMPASS-Regionalbüros erfüllt die private Pflegepflichtversicherung die gesetzliche Verpflichtung zur Pflegeberatung flächendeckend, nach einheitlichen Qualitätsstandards, versichertenorientiert und unabhängig.
Mit COMPASS geht die PKV einen besseren Weg, als er mit dem Konzept der Stützpunkte für die soziale Pflegeversicherung verfolgt wird: In der Privaten Pflegeberatung müssen die Betroffenen nicht in eine Beratungsstelle kommen, sondern werden von qualifizierten Pflegeberatern zu Hause – oft bereits im Vorfeld der Pflegebedürftigkeit – oder im Pflegeheim aufgesucht. Durch fachkundige Beratung und konkrete Unterstützung schaffen die Berater mehr Pflegequalität für die Bedürftigen und ihre Angehörigen (vgl. PKV Publik 4/2009).
Wenn Pflege mit Lebensqualität verbunden sein soll, dann brauchen die Betroffenen eine unterstützende Beratung und eine Betreuung nach höchstmöglichen Standards. Diese Überlegung ist der Grundgedanke hinter COMPASS und dem „Zentrum für Qualität in der Pflege“ gleichermaßen: Die PKV will den Menschen dabei helfen, diesen Lebensabschnitt bestmöglich zu organisieren und lebenswert zu gestalten.
Pflegebedürftigkeit und Lebensqualität sind dabei kein Widerspruch, sondern eine Herausforderung, der sich die PKV selbstbewusst stellt. Denn die privaten Krankenversicherer sind für die Versorgung einer alternden Gesellschaft vorbildlich aufgestellt. Zum einen verfügen sie über das tragfähigere Finanzierungssystem: kapitalgedeckt, generationengerecht, damit im besten Sinne solidarisch und – wie sich in der aktuellen Wirtschaftskrise zeigt – wetterfest. Nicht zuletzt deshalb hat sich die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Ergänzung des in der sozialen Pflegeversicherung bestehenden Umlageverfahrens durch Kapitaldeckung festgelegt, die verpflichtend und individualisiert ausgestaltet sein soll.
Zum anderen ist die PKV in der Lage, im Wettbewerb mit den Sozialversicherungen immer wieder ihren Beitrag für eine bessere Versorgung der Menschen, sei es im Krankheits- oder Pflegefall, zu leisten. Die Auseinandersetzung über verschiedene Beratungs- und Betreuungskonzepte führt zu insgesamt höheren Standards sowie zu mehr Lebensqualität für die Betroffenen. Mit ihrer Pflegeoffensive bekennt sich die private Krankenversicherung zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in diesem wichtigen Bereich.
Das „Zentrum für Qualität in der Pflege“ wird künftig im Internet unter www.zqp.de erreichbar sein. Weitere Informationen zu COMPASS gibt es unter www.compass-pflegeberatung.de.