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PKV Publik 09/2008

ARZNEIMITTEL

Original oder Generikum? Wirkstoffe mit Patentablauf im Jahr 2008

Auch im Jahr 2008 läuft bei einigen Arzneimittel-Wirkstoffen der Patentschutz aus. Damit können Nachahmerpräparate (Generika) auf den Markt gebracht werden. Die PKV-Unternehmen können ihre Versicherten darauf aufmerksam machen, dass durch einen Wechsel vom Original zum Generikum eine Kosteneinsparung möglich ist, die sich auch positiv auf die Prämienentwicklung auswirken kann.

Generika sind Nachahmerprodukte, die nach Ablauf des Patentschutzes eines Wirkstoffs auf den Markt gebracht werden. Generika und Original unterscheiden sich durch die Galenik, also durch das Zubereitungsverfahren, die Formgebung und die Verwendung von Hilfsstoffen. Die Unterschiede zwischen Original und Generikum sind in der Regel aber nicht klinisch relevant. Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat die Wirkstoffe, bei denen im Jahr 2008 der Patentschutz abläuft, untersucht. Diese Informationen können von den PKV-Unternehmen zum Beispiel genutzt werden, um betroffenen Patienten Versorgungsalternativen aufzuzeigen.

Die Umsätze und Verordnungszahlen der betreffenden Wirkstoffe wurden auf Grundlage von Arzneimitteldaten von sieben PKV-Unternehmen ermittelt, bei denen zusammen fast die Hälfte aller Privatversicherten versichert ist. Die Angaben zum Patentschutz wurden vom Branchenverband Progenerika bereitgestellt.

Der Patentauslauf umfasst im Jahr 2008 18 Wirkstoffe, darunter einige mit großem Umsatzvolumen. In der nebenstehenden Tabelle werden die elf umsatzstärksten Wirkstoffe mit ihren PKV-Umsatz- und Verordnungszahlen für 2007 dargestellt.

Venlafaxin ist der umsatzstärkste Wirkstoff, der 2008 patentfrei wird. Er ist als Antidepressivum zugelassen und wird bei Angst- und Panikstörungen, Depressionen und Phobien verordnet. Das Original der Firma Wyeth ist unter dem Namen Trevilor auf dem Markt. Im Jahr 2008 lag der Umsatzanteil von Privatversicherten bei 0,56 Prozent. Damit liegt Venlafaxin in der Rangliste der Wirkstoffe nach Umsatz geordnet auf Rang 23. Der durchschnittliche Preis einer Verordnung liegt bei 158 Euro.

Der zweitwichtigste Wirkstoff, für den ab diesem Jahr Generika auf dem Markt erscheinen, ist Bicalutamid. Diese Substanz wird bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom verordnet. Mit einem durchschnittlichen Preis pro Verordnung von 564 Euro gehört das Original Casodex von AstraZeneca zu den teuren Medikamenten. Mit einem Umsatzanteil von 0,39 Prozent bei Privatversicherten liegt Bicalutamid auf Rang 42 der Umsatzrangliste.
Weitere umsatzstarke Wirkstoffe mit ablaufendem Patentschutz sind der teure Interferon beta-1b Wirkstoff des Originals Betaferon von Schering, welches bei Multiple Sklerose verordnet werden kann sowie der Lipidsenker Fluvastatin. Fluvastatin wird in Deutschland unter den Namen Locol und Cranoc von den Firmen Novartis und Astellas vertrieben.

Inwieweit sich bei den Wirkstoffen eine Ersparnis durch eine Umstellung auf Generika ergibt, ist davon abhängig, wie viele Generikahersteller ein entsprechendes Präparat auf den Markt bringen und wie sich die Originalhersteller verhalten. Da davon ausgegangen werden muss, dass die gesetzliche Krankenversicherung zügig eine hohe Generikaquote anstrebt und damit die Marktanteile der Originale rasch einbrechen können, sind die Originalhersteller hinsichtlich ihrer Preise für PKV-Versicherte möglicherweise verhandlungsbereit, um ihren Absatz zu stützen. wi
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