Hauptnavigation
Startseite > Publikationen > Zeitschrift PKV Publik > Archiv > PKV Publik Nr. 9/2007 > ARZNEIMITTEL: Cholesterinsenker Sortis bleibt umsatzstärkstes Medikament in der PKV

PKV Publik Ausgabe 09/2007

ARZNEIMITTEL

Cholesterinsenker Sortis bleibt umsatzstärkstes Medikament in der PKV

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat die umsatzstärksten Medikamente in der PKV ermittelt und deren Bedeutung in der GKV gegenübergestellt. Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich für die PKV nur wenige Veränderungen.

Das WIP analysierte mehr als 5,6 Mio. Arzneimittel-Verordnungen des Jahres 2006 von vier PKV-Unternehmen. Da auch die Daten von 2005 vorliegen,konnte die Veränderung zum Vorjahr ermittelt werden. Zum Vergleich wurden die Umsätze für die GKV aus dem Arzneiverordnungsreport verwendet.


Sortis: In der GKV nicht unter den Top 100

Das umsatzstärkste Medikament in der PKV ist der Cholesterinsenker Sortis von Pfizer. Dieses Medikament mit dem Wirkstoff Atorvastatin gilt auch weltweit als das umsatzstärkste Präparat. Da der Preis von Sortis über dem zugeordneten Festbetragspreis liegt und damit Kassenpatienten Zuzahlungen bis zu 50 Euro pro Medikament leisten müssen, spielt es in der GKV nur eine geringe Rolle (Platz 102).


Auf den Plätzen zwei und drei in der PKV rangieren die Magensäurehemmer Nexium (Wirkstoff: Esomeprazol) und Pantozol (Pantoprazol), die auch in der GKV auf den vorderen Plätzen zu finden sind.


Unter den umsatzstärksten Medikamenten in der PKV sind einige sehr teure Präparate, wie das Leukämiemittel Glivec (Imatinib), die Multiple Sklerose Medikamente Rebif (Interferon beta-1a), Betaferon (Interferon beta-1b) und Copaxone (Glatirameracetat) sowie die Antirheumatika Enbrel (Etanercept) und Humira (Adalimumab).


GKV: Umstellung auf Nachahmer

Neben Sortis zeigen sich auch für einige andere Medikamente größere Unterschiede in der Verordnungspraxis zwischen PKV und GKV. Dies ist zum Beispiel dann zu beobachten, wenn für ein Medikament der Patentschutz abgelaufen ist. Während Kassenpatienten dann vielfach auf entsprechende Nachahmerpräparate (Generika) umgestellt werden, verbleiben Privatversicherte in größerem Maße beim Original. Diese verschiedenartige Verordnungspraxis liefert die Erklärung für die unterschiedlichen Platzierungen des Betablockers Beloc (Metoprolol) und des ACE-Hemmers Delix (Ramipril) bei PKV und GKV: Beide sind bereits seit einigen Jahren patentfrei.


Das umsatzstärkste nicht-verschreibungspflichtige Medikament ist das Ginkgopräparat Tebonin auf Rang elf, welches als Antidementivum eingestuft ist. Es wird von der GKV nur noch in Ausnahmefällen erstattet und rangiert dort entsprechend nur auf einem hinteren Platz (Rang 847).


Einen Unterschied zwischen PKV und GKV verzeichnet zudem Atacand (Candesartan), welches in der PKV auf Platz fünf rangiert, während es bei gesetzlich Versicherten nur Platz 45 erreicht.Atacand ist ein 1997 eingeführtes Medikament, das zur Therapie des Bluthochdrucks und der Herzinsuffizienz zugelassen ist.


PKV-Verordnungen insgesamt stabil

Gegenüber dem Jahre 2005 nicht mehr unter den ersten 20 zu finden sind das Multiple Sklerose Mittel Avonex (Interferon beta-1a; zurückgefallen von Platz 15 auf 24) der Blutdrucksenker Lorzaar (Losartan; von Platz 17 auf 21) und der Hepatitis A/B Impfstoff Twinrix (von 19 auf 37).


Ansonsten sind in den vorderen Rängen nur wenige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Den größten Sprung nach vorn, nämlich von Platz 50 auf Platz 15, machte das erst im Jahr 2003 eingeführte Antirheumatikum Humira (Adalimumab).


wi
nach oben versenden