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PKV Publik Ausgabe 08/2007

AUS DER PKV

PKV-Herbstfest: Verschnaufpause für die Reformer

Kleines Jubiläum in der Berliner Feierkultur: Zum fünften Mal lud der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. zum Herbstfest in den „Hamburger Bahnhof“. Nach der Gesundheits-, aber inmitten der Pflegereform und im Angesicht der Präventionsgesetzgebung gab es auch diesmal wieder reichlich Gesprächsstoff in gleichwohl entspannter Atmosphäre.


In seiner Begrüßung der rund 200 Gäste aus Politik,Versicherungs- und Gesundheitswesen sowie den Medien erinnerte der Vorsitzende des PKV-Verbandes Reinhold Schulte an die hochemotionale Auseinandersetzung um das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) und die akute Gefährdung der privaten Krankenversicherung: „Es ist in diesem Kreis kein Geheimnis, dass der Koalitionspartner, der für das Ressort Gesundheit im Kabinett zuständig ist, mit großem Nachdruck und viel Kreativität daran gearbeitet hat, das gut funktionierende Sicherungssystem der PKV seiner anhaltenden Attraktivität zu berauben.Wir haben in vielen Gesprächen und mit guten Argumenten viel Überzeugungsarbeit geleistet und konnten so die gefährlichsten Weichenstellungen, die im ursprünglichen Gesetzentwurf angelegt waren, verhindern.“


Einer der politischen Garanten dieses Erfolges, der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag Wolfgang Zöller, bestätigte diese Auffassung mit einem Augenzwinkern: „Die PKV kann mit der Gesundheitsreform mindestens so zufrieden sein wie die Union mit dem Ergebnis der Bundestagswahl: Wir hätten uns auch mehr gewünscht“, so Zöller in seinem Grußwort, in dem er außerdem den von der AOK-Rheinland aufgelegten Tarif „Wahlunterkunft“ kritisierte. Ausdrücklich lobte Zöller die Kulanzregelung der PKV-Unternehmen im modifizierten Standardtarif.


Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Dr. Carola Reimann erklärte, sie hätte der PKV mehr Wettbewerb zugetraut, als nun im GKV-WSG vorgesehen. Dr. Reimann lobte den in den Tagen des Herbstfestes kursierenden Referentenentwurf des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes und sie äußerte die Erwartung, „dass die PKV auch die Präventionsgesetzgebung aufmerksam“, sprich: kritisch begleiten werde.


Die Oppositionsparteien waren unter anderem durch ihre Gesundheitspolitiker Daniel Bahr, Heinz Lanfermann (beide FDP) und Biggi Bender (GRÜNE) vertreten. Bahr kritisierte in seinem Statement die GKV-Wahltarife insgesamt und bedauerte, dass die Notwendigkeit von privater, kapitalgedeckter Vorsorge bislang nur hinsichtlich der Alterssicherung erkannt sei, noch nicht jedoch bei Gesundheit und Pflege. Frau Bender verglich die PKV mit einem Igel, der bei Gefahr seine Stacheln erfolgreich ausfahre, und machte im Übrigen deutlich, dass das Ziel der Grünen eine Bürgerversicherung nach niederländischem Modell bleibe.


Für deutlich mehr Heiterkeit als diese Position sorgte der Auftritt des Erfolgskabarettisten Dr. Ludger Stratmann. Er unterhielt die Gäste mit Geschichten rund um skurrile Schönheitsoperationen und die Gehhilfen von „unser Omma“.Am Ende waren sich alle einig: Zum sechsten PKV-Herbstfest im kommenden Jahr sieht man sich wieder.


sc
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