INTERVIEW
COMPASS-Geschäftsführerin Elisabeth Beikirch im Gespräch über das Beratungsbedürnis der Versicherten und den Unterschied zu den Stützpunkten der sozialen Pflegeversicherung.
Die COMPASS Private Pflegeberatung GmbH ist seit Anfang des Jahres bundesweit tätig. Können Sie eine erste Bilanz ziehen?
Beikirch: Das Bedürfnis nach Beratung bei den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ist groß. Das zeigen auch unsere Beratungszahlen für die ersten drei Monate des Jahres. Im ersten Quartal haben mehr als 11.000 Menschen in unserer zentralen telefonischen Pflegeberatung um Rat nachgefragt. Vor Ort haben wir im ersten Quartal mehr als 2.800 Menschen beraten und begleitet.
Zu welchen Themen berät COMPASS?
Beikirch: Das Leistungsspektrum in der Sozialgesetzgebung rund um das Thema Pflege wird zunehmend komplexer. Die Betroffenen fragen sich, welche Leistungsansprüche sie haben und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. In dieser Situation informieren, beraten und begleiten die COMPASS-Pflegeberaterinnen und -berater Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Wir sind jedoch auch im Vorfeld von Bedürftigkeit für die Menschen da, informieren und beraten.
Wie erfahren die Menschen von COMPASS und der privaten Pflegeberatung?
Beikirch: Die Versicherungen haben ihre Mitglieder mit einem unternehmenseigenen Anschreiben und unserem COMPASS-Flyer über die Pflegeberatung der Privaten informiert. Zudem haben viele Versicherungen auch in ihren Publikationen auf COMPASS hingewiesen. In den nächsten Monaten sind Veranstaltungen in den Regionalbüros sowie gezielte Informationskampagnen geplant, um COMPASS und die Pflegeberatung der Privaten in den Regionen bekannt zu machen.
Die soziale Pflegeversicherung etabliert Pflegestützpunkte in den Regionen. Warum beteiligt sich die private Pflegepflichtversicherung nicht an diesen?
Beikirch: Leistungsrechtlich besteht zwischen der sozialen und der privaten Pflegepflichtversicherung kein Unterschied. Die Beteiligung an den Pflegestützpunkten war daher auch Gegenstand einer intensiven Erörterung in der privaten Pflegepflichtversicherung. Die Privaten haben sich jedoch entschieden, ein eigenes Konzept zu entwickeln und umzusetzen. Unser Ziel ist es, uns mit unserem Angebot einer unabhängigen Pflegeberatung auf die Menschen mit Pflege- und Hilfebedarf zuzubewegen. Wir wollen die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen in ihrer oftmals schwierigen Situation und bei eventuell eingeschränkter Mobilität nicht zusätzlich belasten.
Was unterscheidet die Pflegeberatung der Privaten von den Stützpunkten?
Beikirch: Ein wesentlicher Baustein unseres Konzepts ist die aufsuchende Pflegeberatung. Wir beraten bei den Menschen zu Hause, bei den Angehörigen oder auch in einer stationären Einrichtung. Die COMPASS-Pflegeberater sind in ihrer Region gut vernetzt und verfügen über detaillierte Informationen zu Pflege- und Hilfsdiensten oder den Sozialämtern vor Ort. Zudem steht grundsätzlich allen Ratsuchenden unsere zentrale telefonische Pflegeberatung in Köln zur Verfügung. Hier kann jeder gebührenfrei anrufen und sich rund um das Thema Pflege beraten lassen.
Kostenlose Telefonhotline: 0800 - 101 88 00