EDITORIAL
die Geschäftszahlen für das Jahr 2008 zeigen: Die private Krankenversicherung (PKV) bleibt ein unverändert wichtiger und attraktiver Teil des Gesundheitssystems. So waren zum Jahresende 2008 in der PKV 8,62 Millionen Menschen vollversichert – 69.800 mehr als im Vorjahr.
Dennoch müssen wir feststellen, dass der politische Nackenschlag durch die Gesundheitsreform von 2007 auch im Jahr 2008 zu spüren war. Die Einschränkung des Zugangs zur PKV für Angestellte durch die schlagartige Verdreifachung der Wartefrist auf drei Kalenderjahre jenseits der Versicherungspflichtgrenze hatte bereits den Nettoneuzugang von 116.100 Personen im Jahr 2006 auf 59.900 Personen im Jahr 2007 verringert.
Unter den 69.800 Neukunden des Jahres 2008 waren übrigens rund 18.500 vorher nicht-versicherte Personen, die wegen der ab 1. Januar 2009 geltenden gesetzlichen Pflicht zur Versicherung zu uns kamen und sich bis Jahresende noch die günstigeren Tarife der „alten PKV-Welt“ sichern wollten. Das sind Menschen, die vorher schlicht nicht versichert sein wollten – nun müssen sie. Weil sie nur ihrer Pflicht zur Versicherung in 2009 zuvorkommen wollten, wird uns dieses noch 2008 verbuchte Neugeschäft allerdings im laufenden Jahr entsprechend fehlen.
Erfreulich verlief die Entwicklung bei den Zusatzversicherungen auf insgesamt 20,95 Millionen, 942.100 mehr als im Jahr 2007. Gemessen an den Gesamtbeitragseinnahmen spielen die Zusatzversicherungen aber nach wie vor eine untergeordnete Rolle gegenüber der Vollversicherung, deren Anteil 72 Prozent beträgt.
Die Pflegezusatzversicherung verzeichnete 2008 einen Zuwachs von 12 Prozent auf 1,32 Millionen Verträge. Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung für den Pflegefall rückt also ins Bewusstsein der Menschen – auch wenn die Absicherungsquote bezogen auf die Gesamtbevölkerung noch relativ niedrig ist.
Die Alterungsrückstellungen betrugen Ende 2008 rund 111,5 Milliarden Euro für die Krankenversicherung und rund 18,5 Milliarden Euro für die Pflegeversicherung – ein solides Fundament zur nachhaltigen Finanzierung der privaten Krankenversicherung auch in Zukunft.
Das große Interesse der Menschen an unserer Vielfalt von Versicherungsangeboten bestärkt uns darin, auch politisch weiterhin offensiv für die private Krankenversicherung einzutreten – zumal im Wahljahr 2009. Das Gesundheitssystem braucht die Privaten als Maßstab für Qualitätsmedizin, guten Service und generationengerechte Finanzierung.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Dr. Volker Leienbach