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PKV PUBLIK AUSGABE 3/2009

PRÄVENTION

Aids-Prävention


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die neuen Motive ihrer mach‘s mit-Kampagne vorgestellt. Die PKV unterstützt die Aids-Prävention mit jährlich 3,4 Millionen Euro.


Zerwühlte Betten, romantische Sandstrände, idyllische Seeufer oder eine Picknickdecke im Grünen: Die Plätze, an denen Menschen Sex haben können, sind vielfältig. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat diese „Liebesorte“ zum Thema für ihre neue Kampagne zur Aids-Prävention gewählt, die am 27. März dieses Jahres gestartet ist. Bundesweit werden die 15 neuen Motive auf bis zu 65.000 Plakatflächen und anderen Werbeträgern zu sehen sein.


Gezeigt werden Orte, die Assoziationen zu sexuellen Situationen wecken sollen, so etwa ein Bordell, eine Dampfsauna oder ein Kaminzimmer, in dem verstreute Kleidungsstücke liegen. Dem Betrachter wird die Entscheidungsmöglichkeit aufgezeigt, Aids zu riskieren oder sich mit einem Kondom vor einer möglichen Infektion zu schützen. Mit den Motiven sollen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene mit wechselnden Partnern sowie homosexuelle Männer angesprochen werden.


Wie wichtig eine permanente Aufklärung über die Gefahren einer HIV-Infektion ist, zeigt der Erfolg, den die mach‘s mit-Kampagne mit anderen Motivserien in der Vergangenheit erzielte: Laut einer von der BZgA durchgeführten Repräsentativuntersuchung nutzten im Jahr 2007 63 Prozent der Befragten mit wechselnden Sexualpartnerinnen oder Sexualpartnern immer oder häufig Kondome. Dieser Anteil lag zu Beginn der Aidsaufklärung im Jahr 1988 noch bei 23 Prozent. Bei den 16- bis 20-Jährigen mit Sexualkontakten nutzen inzwischen 66 Prozent immer oder häufig Kondome, 1988 schützten sich nur 34 Prozent auf diese Weise.


Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt betonte bei der Vorstellung der neuen Motive, die mach´s mit-Kampagne habe maßgeblich dazu beigetragen, dass in Deutschland ein sehr hohes Bewusstsein über die Infektionsrisiken bestehe: „Es kommt darauf an, dass dieses Bewusstsein wach gehalten wird, indem sich die Kampagne immer wieder neu erfindet.“


Ohne Unterstützung der privaten Krankenversicherungen wäre die mach‘s mit-Kampagne in ihren heutigen Ausmaßen allerdings schwer vorstellbar. Seit 2005 stellen die im Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) vertretenen 46 Unternehmen jährlich 3,4 Millionen Euro für die Aids-Prävention der BZgA zur Verfügung. Damit werden die öffentlichen Gelder erheblich und verlässlich aufgestockt, so dass die BZgA ihre Aufklärungsarbeit stark ausbauen konnte. Dieses freiwillige gesellschaftliche Engagement der PKV ist beispielhaft für eine erfolgreiche Partnerschaft von privater und öffentlicher Hand.


Die private Krankenversicherung engagiert sich aus mehreren Gründen in der HIV- und Aids-Prävention:


  • Trotz deutlich verbesserter Medikamente ist Aids nach wie vor unheilbar. Deshalb bleiben Aufklärung und Prävention unverändert überlebenswichtig. Sie sind die entscheidenden Ansatzpunkte, um neue Infektionen zu verhindern. Die traurige Tatsache, dass die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland weiterhin zunimmt, zeigt, wie wichtig das Engagement der PKV im Bereich der Aids-Prävention ist. Das Robert-Koch-Institut geht alleine für das Jahr 2008 von 3.000 Neuinfektionen hierzulande aus.
  • Aber die private Krankenversicherung handelt hier nicht nur aus gesellschaftlicher Verantwortung, sondern auch aus wirtschaftlichen Motiven. Schließlich sind die Unternehmen der privaten Krankenversicherung Treuhänder der Beitragsgelder ihrer Versicherten. Eine Aids-Erkrankung verursacht neben großem menschlichem Leid auch erhebliche Kosten im Gesundheitssystem. Bei den heutigen Möglichkeiten betragen die medizinischen Kosten einer HIV-Infektion über die verbleibende Lebenszeit mehr als 500.000 Euro. Dieses Geld fehlt somit an anderer Stelle im Gesundheitswesen. Das alles ist vermeidbar, wenn Menschen gut aufgeklärt sind. Die Erfolge der Aids-Prävention rechtfertigen also auch aus wirtschaftlicher Sicht jeden einzelnen Euro, der investiert wird.
  • Überdies ist die private Krankenversicherung auch ganz direkt und sogar überdurchschnittlich stark betroffen. Die PKV-Mitgliedsunternehmen zählten 2007 unter ihren Vollversicherten 764 Neuinfektionen mit HIV. Die PKV umfasst knapp 11 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, ist aber mit etwa 25 Prozent der HIV-Neuinfizierten konfrontiert.


Für die private Krankenversicherung liegt es daher nahe, ihr gesellschaftliches Engagement auf die Prävention von HIV und Aids zu konzentrieren. Dabei besitzt die BZgA langjährige Erfahrung, um die von der PKV zur Verfügung gestellten Mittel bestmöglich einzusetzen. Seit über 20 Jahren realisiert sie unter dem Slogan „Gib Aids keine Chance“ die wohl bekannteste und erfolgreichste deutsche Aufklärungskampagne.


Die in Deutschland im internationalen Vergleich relativ niedrigen Infektionsraten zeigen, was eine frühzeitig begonnene und breit angelegte Präventionsarbeit leisten kann. Allerdings ist trotz der erfolgreichen Aufklärung derzeit ein Nachlassen der öffentlichen Aufmerksamkeit für das Thema Aids festzustellen. Umso mehr freut sich die PKV über den Start der neuen Präventionskampagne und wünscht ihr größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit.


www.machsmit.de

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