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PKV Publik Ausgabe 03/2007

PKV UND GESUNDHEIT
Aids-Prävention der PKV im internationalen Rampenlicht

Zusätzlich zur schon fast traditionellen Finanzierung von Aufklärungskampagnen hat das Engagement der privaten Krankenversicherer in der Aids-Prävention vergangenen Monat eine weitere Facette hinzugewonnen: Der PKV-Verband war maßgeblicher Unterstützer der vielbeachteten Bremer Aids-Konferenz, zu der die Bundesregierung über 600 Vertreter europäischer Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen eingeladen hatte.


Wichtigstes Ziel der Konferenz am 12.und 13. März war es, neue Wege zur Eindämmung der Aids-Pandemie in Osteuropa zu eröffnen. Die Beteiligten zeigten sich zuversichtlich, dass die Ausbreitung der Seuche durch eine stärkere Zusammenarbeit von Staat, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft verhindert werden könne. Die Ergebnisse der Konferenz wurden in einer abschließenden „Bremer Erklärung“ zusammengefasst und mündeten in dem Vorhaben der Bundesregierung, die Bekämpfung von HIV und Aids zur gesundheitspolitischen Kernaufgabe ihrer EU-Ratspräsidentschaft zu machen.

Als Modell für mögliche privat-öffentliche Partnerschaften wurde ausdrücklich auch die Zusammenarbeit der PKV mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) genannt: Seit dem Jahr 2005 stellen die privaten Krankenversicherer in Deutschland jährlich 3,4 Millionen Euro für die Aufklärungsarbeit der BZgA zur Verfügung. Weitere 100.000 Euro spenden sie jedes Jahr an die Deutsche Aids-Stiftung. Damit stockt die PKV die öffentlichen Mittel für die deutsche Aids-Prävention erheblich auf.

Prävention einzig wirksames Mittel
Im Anschluss an die Bremer Auftaktrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel erläuterte der PKV-Vorsitzende Reinhold Schulte nochmals die beiden maßgeblichen Gründe der PKV für ihre Partnerschaft mit der BZgA: „Zum einen hat die Bundeszentrale bewiesen, dass sie sehr effizient öffentlichkeitswirksame Aufklärungsarbeit betreiben kann. Ihr Slogan ‚Gib Aids keine Chance‘ steht heute für die erfolgreichste Präventionskampagne in Deutschland. Zum anderen machen die auch in Deutschland ansteigenden Neuinfektionsraten deutlich, dass Aids noch immer zu den größten gesundheitlichen Bedrohungen unserer Zeit gehört. Trotz der positiven Entwicklungen bei der medikamentösen Therapie ist konsqeuente Prävention nach wie vor das einzig wirksame Mittel gegen diese Krankheit“, so Schulte.

Der PKV-Vorsitzende appellierte an die Zuhörer, die Entwicklung der Aids-Epidemie als globales Problem zu verstehen. Die drastische Ausbreitung der HIV-Infektionen in Osteuropa mache Aids zu einer gesamteuropäischen Aufgabe ersten Ranges. Aids habe noch nie vor nationalen Grenzen halt gemacht, in einem vereinten und freien Europa breite sich diese Krankheit jedoch völlig ungehindert aus. Sie zerstöre dabei nicht nur die Lebensperspektiven von ungezählten Kindern, Jugendlichen und von Familien, sondern entwickle sich für viele Staaten auch zu einer volkswirtschaftlichen Bedrohung und Belastung. Neben den erheblichen Kosten für die Gesundheitssysteme seien die gesellschaftlichen Folgekosten kaum abschätzbar.

Die HIV-Epidemie in Osteuropa betrifft in erster Linie junge Menschen. So sind in Russland circa 80 Prozent der Menschen mit HIV jünger als 30 Jahre. Ihre Erkrankung bringt die wirtschaftliche Zukunft der betroffenen Länder in Gefahr. Diese Folge der Epidemie kann durch eine effektive Präventionsarbeit mit vergleichbar geringen Mitteln deutlich gemindert werden. Dabei sind Kooperationsmodelle zwischen öffentlicher Hand und privater Wirtschaft – wie die Zusammenarbeit von BZgA und PKV – eine Möglichkeit zur Aufbringung der erforderlichen Mittel für eine langfristige Präventionsarbeit. Eine solch lange Tradition hat das Engagement des PKV-Verbandes in der deutschen Aids-Prävention: Bereits Mitte der achtziger Jahre trugen die privaten Krankenversicherer mit einer Zuweisung von einer Million DM zur Gründung der nationalen Aids-Stiftung bei. Der langjährige Direktor des PKV-Verbandes, Dr. Christoph Uleer, gehörte im Jahr 1987 zu den Initiatoren dieser Stiftung und amtiert heute als ihr Vorstandsvorsitzender.

Gemeinsam zum Selbstschutz anregen
Neben Reinhold Schulte referierte auf der Bremer Konferenz auch der leitende PKV-Verbandsarzt, Prof. Jürgen Fritze. In einem gemeinsamen Workshop mit der spanischen Gesundheitsministerin und Vertretern osteuropäischer Organisationen bezeichnete Fritze die Aids-Prävention als wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements des PKVVerbandes. Die privaten Krankenversicherer und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hätten sich gemeinsam vorgenommen, die Menschen in Deutschland über HIV und Aids zu informieren und sie zum Selbstschutz vor Ansteckungen zu bewegen. Obwohl in Deutschland keine derart dramatische Entwicklung wie in Osteuropa zu verzeichnen ist, hat Prof. Fritze für die letzten Jahre einen überproportionalen Anstieg der Neuinfektionsrate bei den privat Krankenversicherten festgestellt. Angesichts der hohen Kosten der erforderlichen Therapie sind die Präventionsanstrengungen der privaten Krankenversicherungen daher immer auch wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen. Die Vorsitzende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Elisabeth Pott, nannte die Zuwendungen der PKV eine unerlässliche Ergänzung der öffentlichen Mittel. Nur durch diesen Finanzierungsmix könne die Kampagne „Gib Aids keine Chance“ im gesamten Bundesgebiet gefahren werden. Außerdem würden aus den PKV-Mitteln die öffentlichkeitswirksamen Kinospots mit Prominenten wie Boris Becker sowie die zielgruppenspezifische Aufklärungsarbeit für besondere Risikogruppen wie Homosexuelle oder Drogenabhängige finanziert. Vor diesem Hintergrund betonte auch Prof.Fritze die Modellfunktion der privatöffentlichen Partnerschaft zwischen PKV und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für die osteuropäischen Länder. Eine wirksame Präventionsarbeit erfordere einen kontinuierlich hohen Mitteleinsatz, der viele staatliche Haushalte schnell überlasten könne. Gerade dann böten langfristig vereinbarte privatöffentliche Partnerschaften nach dem Modell von PKV und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine sinnvolle Ergänzung der zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel. olb
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