PKV Publik Ausgabe 02/2008
PRÄVENTION
PKV initiiert Bundeswettbewerb Aidsprävention
Unter dem Motto „Neue Wege sehen – neue Wege gehen!“ fördert die PKV zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) neue, gute Ideen in der Aidsprävention. Gesucht werden innovative Projekte, die Menschen dabei helfen, über soziale und gesellschaftliche Grenzen hinweg über Aids ins Gespräch zu kommen und richtig zu handeln.
Im Rahmen seines Engagements in der HIV- und Aids-Prävention hat der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) zusammen mit der BZgA und dem BMG einen Wettbewerb ins Leben gerufen. Damit sollen insbesondere solche Projekte unterstützt werden, die Menschen in schwierigen Lebenslagen und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Blick haben. Besonders willkommen sind Beiträge, die auch thematisch neue Wege gehen. Diese Projekte und Ideen sollen bundesweit Impulse geben und modellhaft angelegt sein. Für die fachlich besten und innovativsten Projekte sind Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro ausgelobt.
Hemmschwellen überwinden helfen
Wirkungsvolle Aidsprävention muss immer wieder auf neue Herausforderungen reagieren und sie bewältigen. Beim Thema HIV fällt es vielen Menschen schwer, die richtigen Worte zu finden und Hemmschwellen zu überwinden. Dies ist jedoch die Voraussetzung dafür, notwendiges Wissen und letztlich Schutz im eigenen Leben zu verankern. Manchmal bedarf es dazu nur einer guten Idee, eines geeigneten Anlasses, frischen Schwungs.
Der „Bundeswettbewerb Aidsprävention“ zeichnet Projekte aus, denen es gelingt, mit neuen und ausgefallenen Ideen die Prävention von Aids zu stärken. Prämiert werden sollen Ideen für geplante, begonnene oder abgeschlossene Projekte, die vor allem drei Stärken aufweisen:
- Sie bieten Anlässe, bei denen sich Menschen zu Gesprächen über Aids gewinnen lassen.
- Sie demonstrieren, welche Methoden, Kommunikationsformen und Partner besonders geeignet sind, Gespräche über Aids zu fördern, Verstehen und Verständnis zu erzeugen und notwendiges Wissen zu transportieren.
- Sie entdecken neue Wege der Zusammenarbeit oder neue Bündnisse für die Kommunikation über HIV und Aids.
Am Wettbewerb teilnehmen können alle Organisationen und Gruppen mit Sitz in Deutschland, deren Projekte in Deutschland durchgeführt werden – idealerweise in Kooperation verschiedener Fachgebiete und Institutionen. So sind Selbsthilfegruppen, Vereine, Verbände, kirchliche Vereinigungen sowie Ämter zur Teilnahme eingeladen. Bewerbungen können im Internet unter www.wettbewerb-aids.de eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli, verliehen wird der Preis am 28. Oktober 2008.
Interesse runter, Infektionsrate rauf
Die Wahrnehmung von Aids als tödlicher Krankheit ist in Deutschland rückläufig. Nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bewerteten im Jahr 2006 nur noch 43 Prozent der Befragten in der Altersgruppe der 16–20-jährigen Jugendlichen Aids als eine der gefährlichsten Krankheiten. Im Jahr 1987 waren es noch 85 Prozent. Zwar wird der überwiegende Teil der Bevölkerung durch die Aidsaufklärung erreicht und der Kenntnisstand über die Übertragungswege von HIV ist immer noch sehr hoch, aber nur noch 16 Prozent der Befragten gaben an, dass HIV und Aids Thema in privaten Gesprächen gewesen seien. Während das Interesse am Thema Aids rückläufig ist, steigt die Zahl derer, die sich neu mit HIV infizieren, an.
Wie aus der letzten Datenerhebung des Verbandes bei seinen Mitgliedsunternehmen hervorgeht, sind die PKV-Unternehmen als Krankenversicherer ganz direkt betroffen: Die Zahl der Neuinfektionen erreichte im Jahr 2006 auch bei Privatversicherten mit 870 Personen einen traurigen Rekord. Die Zahl der Aids-Todesfälle unter den privat Krankenversicherten ist im vergangenen Jahr mit 79 Personen erstmals seit 2003 wieder gestiegen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind privat Versicherte damit deutlich überproportional betroffen.
Eine weitere Ausbreitung von HIV kann nur mit umfassender Aufklärung der Bevölkerung verhindert werden. Mit dem Innovationswettbewerb setzt die PKV ihr Engagement in der Aidsprävention konsequent fort.