PKV Publik Ausgabe 02/2008
AUS DER PKV
Brief aus Berlin und Köln
Wie wir aus zahlreichen persönlichen Gesprächen und Zuschriften wissen, stößt die aktuelle Informationskampagne der PKV auf großes Interesse. Auch über die Aktionsinternetseite www.pkv-gut-fuer-alle.de laufen zahlreiche Reaktionen ein. Neben allgemeinem Informationsbedarf äußert sich dort erfreulich viel Zustimmung. Aber natürlich gibt es auch skeptische Stimmen: Die PKV sei gar nicht gut für alle, heißt es da in einer Email, weil die gesetzlich Versicherten alle Armen unterstützen müssten, während sich die Privaten davor drücken dürften. Ein anderer Schreiber kritisiert, dass er den Slogan „Gut für alle“ nicht nachvollziehen könne, weil er als Angestellter mindestens drei Jahre warten müsse, um in die PKV wechseln zu können.
PKV: Kein Schutzzaun um Reiche
Auf beide Einwände lässt sich im Prinzip dasselbe erwidern: Die PKV ist kein Club der Jungen und Reichen. Sie steht zwar nicht allen offen, aber nicht sie selbst schottet sich ab. Vielmehr wird der Zugang massiv durch die Politik behindert.
Zunächst einmal sind in der PKV entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil keineswegs nur „Besserverdiener“ versichert: Knapp die Hälfte der Menschen mit einem PKV-Vollschutz sind Beamte, darunter viele im einfachen und mittleren Dienst, und deren Angehörige. Die zweitgrößte Gruppe sind die Selbständigen, etliche davon Existenzgründer und „Überlebenskünstler“. Und nur ein Achtel der privat Versicherten sind Angestellte, die in der gesetzlichen Krankenversicherung den Höchstbeitrag zahlen müssten.
Politik grenzt PKV-Interessenten aus
Gerade der letztgenannten Gruppe wird, was Wechsel oder Verbleib in der PKV betrifft, politisch massiv zugesetzt: Nach der willkürlichen Heraufsetzung der Versicherungspflichtgrenze für Arbeitnehmer im Jahr 2003 ist seit der jüngsten Gesundheitsreform Versicherungsfreiheit überhaupt erst nach frühestens drei Jahren in Anstellung möglich. Beides grenzt den Kreis der potentiellen PKV-Kunden erheblich ein.
Das GKV-WSG behindert jedoch nicht nur den Zugang von Versicherten, es erzwingt in bestimmten Lebenslagen sogar den Ausstieg aus der PKV: So werden langjährig privat versicherte Selbständige und Beamte beim Wechsel in ein Angestelltenverhältnis in der Regel versicherungspflichtig und scheiden aus der PKV aus.
Mehr Kapitaldeckung erforderlich
Dabei müsste eine vorausschauende Gesundheitspolitik den Weg in die PKV aber gerade erleichtern. Denn die maßgebliche Herausforderung unseres Gesundheitswesens – steigende Kosten aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts – werden wir nur bewältigen können, wenn künftig mehr Menschen und mehr Leistungen privat und kapitalgedeckt abgesichert sind.
Der private Krankenversicherungsvertrag beinhaltet einen unkündbaren Leistungskatalog, dessen Umfang nicht von der Politik eingeschränkt werden kann und der sich stetig um den medizinischen Fortschritt erweitert. Mit der Bildung von Alterungsrückstellungen sichern die privat Versicherten eine nachhaltige Finanzierung der Gesundheitsversorgung. Dabei bleibt die private Krankenversicherung eine budgetfreie Zone und somit Träger von Innovation und Wachstum im Gesundheitswesen. Oder um es auf den Punkt zu bringen: PKV. Gut für alle.
L