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PKV Publik Ausgabe 02/2008

ARZNEIMITTEL

Die Generikaquote unterscheidet sich je nach Alter der Versicherten


Nach einer Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) von Arzneimittelverordnungen der privat Krankenversicherten ist der Anteil von Generika nicht bei allen Alterskohorten gleich. Bei den jüngeren und den sehr alten Versicherten konnte eine höhere Generikaquote ermittelt werden.


Generika sind Nachahmerpräparate, die nach Ablauf des Patentschutzes eines Wirkstoffs auf den Markt gebracht werden. Generika sind bioäquivalent zum Original, aber in der Regel preisgünstiger als dieses. Die Generikaquote bezeichnet den Verordnungsanteil der Generika am gesamten Verordnungsvolumen der betrachteten generikafähigen Wirkstoffe. Um festzustellen, inwieweit die Generikaquote je nach Alter der Versicherten unterschiedlich ausfällt, wurden die Arzneimitteldaten von mehr als einer Million privat Versicherter ausgewertet. Die Daten entstammen den eingereichten Arzneimittelrechnungen.

Untersuchte Wirkstoffe

Die Grundlage der Untersuchung bilden 76 umsatzstarke Wirkstoffe. Mit je sechs Wirkstoffen am häufigsten vertreten sind dabei die Betablocker, die Calziumantagonisten und die Psychoanaleptika. Die Generikaquote wurde für jede einzelne Altersklasse separat gebildet. Trägt man die ermittelte Generikaquoten in ein Koordinatensystem (siehe Abbildung unten) ein, ergibt sich der eingezeichnete Kurvenverlauf. Für die Versicherten unterhalb des 20. Lebensjahres konnte kein statistisch signifikantes Ergebnis ermittelt werden.

Ergebnisse

Liegt die Generikaquote bei den 20- bis 24-Jährigen bei fast 70 Prozent, sinkt diese danach kontinuierlich ab bis auf 42 Prozent bei den 75- bis 89-jährigen privat Versicherten. Im sehr hohen Alter nimmt der Anteil an Generika wieder zu. Für die 95- bis 99-Jährigen wurde eine Generikaquote von 58 Prozent berechnet. Damit beziehen die jungen und die sehr alten Versicherten anteilig mehr Generika, während die Versicherten im mittleren und höheren Alter eher Originalpräparate erhalten.

Der aufgezeigte Zusammenhang konnte auch bei der Betrachtung einzelner Wirkstoffe ermittelt werden. Die Generikaquoten des Blutdrucksenkers Amlodipin und des Betablockers Metoprolol sind bei den Jüngeren im Vergleich zu den Älteren zum Beispiel mehr als doppelt so hoch. Die Generika des Magensäurehemmers Omeprazol erreichen bei den 30- bis 34-Jährigen eine Quote von 94,9, während bei den 75- bis 79-Jährigen ein Anteil von 74,9 Prozent notiert werden kann.

Mögliche Ursachen

Dass die Generikaquote je nach Alter der Versicherten unterschiedlich ausfällt, lässt mehrere Interpretationen zu. Eine Ursache für die fallende Quote ab dem 35. Lebensjahr könnte darin zu finden sein, dass jüngere Patienten in größerem Umfang von Anfang an auf Generika eingestellt werden, während ältere Versicherte bereits das Original erhielten, als noch kein Generikum zu dem zugehörigen Wirkstoff existierte. Dies könnte bedeuten, dass in der PKV Versicherte zwar auch auf Generika eingestellt, aber deutlich seltener von einem Original auf ein Generikum umgestellt werden.

Die unterschiedliche Generikaquote kann ihre Ursache jedoch auch in der verschiedenartigen Einstellung der Patienten zu Nachahmerpräparaten haben. Insbesondere ältere Versicherte vertrauen möglicherweise vermehrt dem Original, während für Jüngere Generika selbstverständlich erscheinen. Schwierig zu interpretieren ist der Anstieg der Generikaquote im sehr hohen Alter. Denkbar wäre, dass eine pflegerische Betreuung zu einer zunehmenden Verordnung von Generika führt.

Die Untersuchung des WIP ist als ein erster Schritt zu sehen, mögliche Determinanten der Verordnung von Generika bei privat Versicherten zu analysieren. Die aufgezeigten Erkenntnisse sollen Impulse für weitere Forschungen setzen. Die ausführliche Studie des WIP ist als Diskussionspapier 8/07 im Internet unter www.wip-pkv.de abrufbar. wi
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