PKV Publik Ausgabe 01/2009
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dieser Ausgabe erscheint PKV Publik, das Informationsmagazin des Verbandes der privaten Krankenversicherung, erstmals in neuer Form und mit deutlich vergrößertem Umfang. Wir hoffen, dass Ihnen die neue, übersichtlichere Gestaltung des Hefts gefällt. Sie soll es Ihnen erleichtern, sich aus erster Hand über wichtige und aktuelle Themen aus dem Gesundheitswesen zu informieren.
Das Jahr 2009 bringt für die private Krankenversicherung etliche neue Herausforderungen, an erster Stelle den Start des Basistarifs. Da der Gesetzgeber dafür einen Kontrahierungszwang und eine Beitragsobergrenze vorgeschrieben hat, kann dieser Tarif sich nicht selbst finanzieren, sondern muss quersubventioniert werden. Damit belastet der Basistarif alle Privatversicherten und greift in deren Verträge ein. Das halten wir für verfassungwidrig. Deshalb haben 30 PKV-Unternehmen, die rund 95 Prozent der Privatversicherten repräsentieren, Verfassungsbeschwerde eingelegt. Das Bundesverfassungsgericht hat sich im Dezember 2008 in mündlicher Verhandlung gründlich mit dem Thema befasst, sodass wir nun zuversichtlich auf ein Urteil warten.
Kurz nach dem Start des Gesundheitsfonds hat die Große Koalition beschlossen, den Beitragssatz mit mehr als 9 Milliarden Euro aus der Staatskasse künstlich zu senken. Wir erleben hier den Einstieg in eine schuldenfinanzierte gesetzliche Krankenversicherung. Durch diesen Geldregen auf Pump wird nicht nur die jüngere Generation massiv zusätzlich belastet.
Willkürlich werden zudem die 8,6 Millionen Privatversicherten in Deutschland ausgegrenzt, obwohl sie als Steuerzahler die ganze Sache mitfinanzieren müssen. Auch die Pläne der Bundesregierung zur konkreten Umsetzung des Karlsruher Urteils zum Steuerabzug von Krankenversicherungsbeiträgen lassen Nachteile für Privatversicherte befürchten.
Es gibt aber auch sehr erfreuliche Neuerungen. So hat mit Jahresbeginn die Private Pflegeberatung COMPASS bundesweit ihre Tätigkeit aufgenommen. Rund 200 qualifizierte Mitarbeiter sind bereits im Einsatz, um Betroffenen neutral und unabhängig bei der Suche nach Lösungen zu helfen.
Zu diesen und vielen anderen Themen informieren wir Sie ausführlich über Fakten, Hintergründe und handelnde Personen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Dr. Volker Leienbach