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PKV Publik Ausgabe 01/2008

AUS DER PKV

Gut für alle: Der Mehrumsatz der privat Versicherten steigt weiter an

Der Betrag, den privat versicherte Patienten zusätzlich in das Gesundheitssystem zahlen und auf den auch die aktuelle Informationskampagne der PKV hinweist, hat sich in der Vergangenheit kontinuierlich erhöht. Die Auswertung der aktuellen Zahlen durch das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) bestätigt diesen Trend für das Jahr 2006.

Der Mehrumsatz ergibt sich wie in den Vorjahren aus einem Vergleich der Leistungsausgaben für privat und gesetzlich Versicherte. Für die Daten der PKV werden die Kopfschadenstatistiken des PKV-Verbandes herangezogen. Die Gesundheitsausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden anhand der Daten aus dem Risikostrukturausgleich errechnet. Aus diesen Daten ergeben sich hypothetische Leistungsausgaben, die PKV-Versicherte verursacht hätten, wenn sie statt in der PKV in der GKV versichert gewesen wären. Die Differenz zu den tatsächlichen Leistungsausgaben der PKV-Versicherten ist der Mehrumsatz.


Entwicklung des Mehrumsatzes

Im Jahr 2006 haben die PKV-Versicherten (inklusive Beihilfeanteil und erfasster Selbstbehalte) circa 22,7 Mrd. Euro ins Gesundheitssystem eingezahlt. Damit lagen ihre Gesundheitsausgaben 4,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Wären die PKV-Versicherten 2006 in der GKV versichert gewesen, hätte diese für sie nur knapp 13 Mrd. Euro an Leistungsausgaben ins Gesundheitssystem eingezahlt. Diese hypothetischen Ausgaben sind mit 6,94 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen.


Die Differenz dieser beiden Größen und damit der Mehrumsatz betrug im Jahr 2006 knapp 9,7 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Jahr 2005 ergibt sich wie in den Vorjahren wiederum ein Anstieg (1,42 Prozent; siehe Abbildung unten). Dieser rührt neben der Zunahme der Versichertenzahl in der PKV vor allem auch von der Alterung der Versicherten her: Weil der Mehrumsatz pro Person mit dem durchschnittlichen Lebensalter wächst, führt schon allein eine Alterung des Versichertenkollektivs zu einem Anstieg des Mehrumsatzes.


Die Höhe und die Entwicklung des Mehr­umsatzes unterscheiden sich in den einzelnen Bereichen des Gesundheitssystems (siehe gegenüberliegende Tabelle ).


Arzthonorare

Der größte Anteil der Leistungsausgaben im ambulanten Sektor entfällt in der PKV – anders als in der GKV – auf die Arzthonorare. In der GKV sind die Arzneimittelausgaben erneut die größte Position in der offiziellen Statistik des Bundesgesundheitsministeriums im ambulanten Bereich. Der Vergleich der Ausgaben in beiden Krankenversicherungsarten ermittelt einen Mehrumsatz von knapp 4,4 Mrd. Euro bei den Arzthonoraren. Damit entfällt wie in den Vorjahren der größte Teil des gesamten Mehrumsatzes des Gesundheitssystems auf diesen Bereich. Nach dem relativ moderaten Anstieg des Mehrumsatzes im Vorjahr ist hier für 2006 mit 4,15 Prozent wieder eine deutlichere Steigerung festzustellen.


Arznei-, Heil- und Hilfsmittel

Neben den Arzthonoraren stellen die Arznei-, Heil- und Hilfsmittel den zweiten Bereich des ambulanten Sektors dar. Hier ergibt sich ein Mehrumsatz von 2,86 Mrd. Euro. Damit ist er im Vergleich zum Vorjahr mit 10,25 Prozent deutlich angewachsen und weiterhin der zweitgrößte Mehrumsatzbereich nach den Arzthonoraren.


Zahnmedizinische Versorgung

Im zweiten Jahr nach Einführung der Zahnersatz-Festzuschüsse in der GKV liegen nun Jahresdaten über die Ausgaben für diese Zuschüsse vor. Auf dieser Grundlage lässt sich der von den GKV-Versicherten selbst zu tragende Anteil an der Regelversorgung erstmals methodisch berücksichtigen. Dieser Betrag erhöht auch den hypothetischen Umsatz der PKV-Versicherten in der GKV und führt damit für 2006 direkt zu einem niedrigeren Mehrumsatz im zahnmedizinischen Bereich von knapp 1,7 Mrd. Euro.


Stationärer Bereich

Da sich die Ausgaben für Krankenhausleistungen in PKV und GKV aufgrund einheitlicher Fallkostenpauschalen kaum unterscheiden, ist der Mehrumsatz im Verhältnis zu den Gesamtausgaben hier relativ gering.


Durch einen Anstieg der Ausgaben für stationäre Leistungen in der PKV von 2005 zu 2006 ergibt sich eine Zunahme des Mehr­umsatzes auf nun 773 Mio. Euro im Jahr 2006. In dieser Größenordnung bewegte sich der Mehrumsatz auch in den vorangegangenen Jahren.


Fazit

Der Mehrumsatz der privat Versicherten im Gesundheitssystem hat sich erneut erhöht und lag im Jahr 2006 bei circa 9,7 Mrd. Euro. Betrachtet man die einzelnen Bereiche des Gesundheitssystems, so wird ersichtlich, dass der Mehr­umsatz vor allem bei den Arzneimitteln relativ stark gestiegen ist. Auch bei den Arzthonoraren und im Krankenhausbereich ist ein Zuwachs festzustellen. Nur in der zahnmedizinischen Versorgung ging der Mehrumsatz zurück. Hier wirkt sich die methodische Berücksichtigung der Festzuschüsse aus.


Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Mehrumsatz in erster Linie im ambulanten Bereich entsteht. Vor allem die Ärzte und der Arzneimittelsektor profitieren weiter stark von der PKV.


fn

Die ausführliche Fassung der Studie findet sich im Internet unter www.wip-pkv.de.


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