PRÄVENTION
Die private Krankenversicherung verlängert ihren Vertrag mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Die private Krankenversicherung steht weiterhin zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und verlängert ihr Engagement in der Aids-Prävention bis zum Jahr 2015.
Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat sein Engagement in der Aids-Prävention für weitere fünf Jahre verlängert. Bereits seit 2005 übernehmen die privaten Krankenversicherer gesellschaftliche Verantwortung in diesem sensiblen Bereich, indem sie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Deutsche AIDS-Stiftung mit jährlich 3,5 Millionen Euro unterstützen. Jetzt unterzeichneten die Direktorin der BZgA, Prof. Dr. Elisabeth Pott, und PKV-Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach einen Vertrag über die Verlängerung dieses Engagements bis zum Jahr 2015.
Mit dieser Vertragsverlängerung bekräftigt die private Krankenversicherung ihr gesellschaftspolitisches Engagement in der Primärprävention, also der Vorbeugung von Krankheiten durch Aufklärung und Information der Bevölkerung. Zugleich erneuert die Branche damit eine Zusammenarbeit, die in den vergangenen Jahren einen national und international stark beachteten Maßstab gesetzt hat.
Preisgekrönte Kampagne
Die Kampagne hat erst im Juni dieses Jahres als „kommunikativer Klassiker“ den „dfg-Award“ des gleichnamigen Brancheninformationsdienstes in der Kategorie „Kommunikation und Vermarktung“ erhalten. In ihrer Laudatio betonte Gudrun Schaich-Walch, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und Jurymitglied des dfg-Awards, dass es sich bei „Gib Aids keine Chance“ um die erfolgreichste Kampagne im Gesundheitswesen handelt. Der Kampagne sei es in mehr als 20 Jahren immer wieder aufs Neue gelungen, die unterschiedlichen Zielgruppen in Wort und Bild zu erreichen.
Die deutsche Kampagne und ihre Unterstützung durch die private Krankenversicherung findet auch international große Beachtung. Gerade in Ländern, in denen öffentliche Mittel für eine breitenwirksame Aufklärungskampagne fehlen, können öffentlich-private Partnerschaften nach dem „PKV-BZgA-Modell“ wegweisend sein, so die Meinung auf dem Bremer EU-Gipfel zum Thema Aids im Rahmen der letzten deutschen Ratspräsidentschaft im Jahre 2007.
Prävention wirkt
Es gibt zudem sehr ermutigende Belege dafür, dass die konsequente Aufklärungsarbeit wirkt und in den entsprechenden Zielgruppen wahrgenommen wird. So ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Neuinfektions-Raten in der Bundesrepublik auf einem relativ niedrigem Niveau zu stabilisieren. Immerhin hat Deutschland inzwischen zusammen mit Finnland europaweit die niedrigsten Zahlen von Neuinfektionen aufzuweisen.
Zugleich funktioniert Prävention aber nur dann, wenn sie kontinuierlich betrieben wird. Gerade am Beispiel Aids wird besonders deutlich, dass Prävention eine dauerhafte Aufgabe ist. Trotz aller Erfolge ist auch in Deutschland seit einigen Jahren zu beobachten, dass es Gruppen in der Gesellschaft gibt, die wieder zunehmend auf Schutzmaßnahmen verzichten, sei es aus Leichtsinn oder aus Unwissenheit. So werden nach wie vor Menschen mit Migrationshintergrund, die wenig in der Gesellschaft integriert sind, mit den bekannten Präventionsbotschaften nur schwer erreicht. Auch hier geht die private Krankenversicherung zusammen mit der Bundeszentrale neue Wege: Zum zweiten Mal wird in diesem Jahr der deutsche Präventionspreis für die innovativen Projekte vergeben, mit denen es gelingen kann, auch solche schwierigen Zielgruppen zu erreichen.
Prävention rechnet sich auch wirtschaftlich
Das Präventionsengagement des Verbandes der privaten Krankenversicherung ist durchaus auch mit wirtschaftlichen Motiven zu begründen. Eine Aids-Erkrankung verursacht neben unermesslich großem menschlichem Leid auch erhebliche Kosten im Gesundheitssystem. Bei den heutigen medizinischen Möglichkeiten betragen die Kosten einer HIV-Infektion über die gesamte Lebenszeit eines Betroffenen mehr als 500.000 Euro. Dieses Geld fehlt somit an anderer Stelle im Gesundheitswesen. Diese Kosten sind vermeidbar, wenn Menschen gut aufgeklärt sind und sich verantwortlich verhalten. So gesehen erfüllen die privaten Krankenversicherungen mit ihrem Präventionsengagement auch ihre Funktion als Treuhänder der Beitragsgelder ihrer Versicherten.