EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
eine repräsentative Umfrage des Emnid-Instituts hat soeben wieder bestätigt: 94 Prozent der Privatversicherten sind zufrieden mit ihrer Krankenversicherung. Wir sind natürlich nicht überrascht, aber durchaus erfreut über das Ergebnis der Umfrage, dass die Privatversicherten sich in ihrem System wohl fühlen und sich für die Zukunft ihrer Gesundheitsversorgung deutlich weniger Sorgen machen als die gesetzlich Versicherten. Aber wir übersehen nicht, dass auch Privatversicherte zunehmend besorgt in die Zukunft des Gesundheitssystems blicken.
Viele Versicherte machen die Erfahrung stark steigender Kosten im Gesundheitswesen, die wiederum steigende Beiträge nach sich ziehen. Die Menschen spüren, dass das nicht ewig und ungebremst so weiter gehen darf. Deshalb engagieren wir uns als PKV im Interesse unserer Versicherten sehr stark, um dieser Kostendynamik zu begegnen.
Das gilt auch für den Arzneimittelbereich, für den die Bundesregierung jetzt neue Preisregelungen einführen will. Hier kämpfen wir für eine wirkungsgleiche Übertragung auf die private Krankenversicherung. Denn die Privatversicherten würden benachteiligt, wenn die Preissenkungen nur für gesetzlich Versicherte gelten.
Wir drängen energisch darauf, dass die PKV endlich einen wirksamen Hebel erhält, um vernünftige Verhandlungen zum Beispiel mit Ärzten und Pharmaunternehmen über Qualität und sich daraus ergebende Mengen und Preise herbeizuführen. Dazu brauchen wir einen stabilen gesetzlichen Rahmen für ein Verhandlungsmandat auf allen Ebenen – mit einer Verpflichtung der Beteiligten, gemeinsam Ergebnisse zu erzielen.
Wir sind und bleiben bereit, gutes Geld für gute Leistung zu bezahlen. Aber dazu wollen wir die Qualität der Versorgung unserer Versicherten vertraglich definieren und gewährleisten. Und eine gesicherte Qualität hat auch heilsame Auswirkungen auf die Kosten, weil sie zum Beispiel „ungesunde“ Anreize zu Mengenausweitungen beendet, etwa bei Labor-Untersuchungen. Denn mehr Menge bedeutet in der Medizin eben nicht unbedingt mehr Qualität.
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Volker Leienbach
Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.