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PKV PUBLIK AUSGABE 3/2010

GASTKOMMENTAR

Die Online-Beratung der Aidshilfen trifft auf großes Interesse


Die PKV unterstützt das Beratungsportal der Deutschen AIDS-Hilfe. Vier Jahre nach dem Start ist das Projekt ein erfolgreiches Instrument der HIV-Prävention geworden. Von Silke Klumb

Im November 2009 ging beim Online-Beratungsportal www.aidshilfe-beratung.de der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. (DAH) die 10.000ste Anfrage ein: Was im Web 2.0-Zeitalter als selbstverständlich scheint, war zum Start der Internetberatung im Jahr 2006 noch mit vielen Fragezeichen versehen: Werden sich Menschen im Internet anonym zu persönlichen, sensiblen und intimen Fragen zur HIV-Prävention, über Sexualität, über die Krankheit Aids oder zum Sozialrecht beraten lassen? Für die Deutsche Aidshilfe galt es daher, Pionierarbeit zu leisten.


Uns beschäftigte bereits 2005 die Frage, wie eine Internetberatungsstelle mit Expertinnen und Experten aus Aidshilfen in ganz Deutschland zu organisieren ist. Die Mailberatung als eigene Beratungsform steckte noch in den Kinderschuhen. Qualitätsstandards und Ausbildungen für die Onlineberater mussten erst entwickelt und etabliert werden. Auch die Herausforderungen des Datenschutzes (zum Beispiel die drohende Vorratsdatenspeicherung) spielten eine große Rolle. Es zeigte sich, dass alle Anforderungen nur über ein gemeinsames Portal der Aidshilfen unter dem Dach der DAH gelöst werden konnten: Heute beraten 30 Frauen und Männer aus 23 verschiedenen Einrichtungen von Kiel bis Konstanz und von Aachen bis Dresden zu allen Fragen rund um HIV, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Infektionen.


„Habe ich mich angesteckt?“ ist eine der häufigsten Fragen, die bei aidshilfe-beratung.de eingeht. Die Berater helfen, das Risiko einzuschätzen, das der/die Fragende eingegangen ist. Etwa jede zehnte Anfrage kommt von HIV-positiven Menschen – viele haben gerade ihr Testergebnis erfahren und suchen professionellen Rat. Häufige Fragen sind: „Was bedeutet der Befund für mich konkret?“, „Wo finde ich einen Facharzt, und welche Therapien gibt es?“, „Wem kann oder sollte ich es erzählen?“, „Welche Selbsthilfegruppen gibt es in meiner Nähe?


Gerade bei der Beratung im Internet spielt der Schutz der persönlichen Daten eine besonders große Rolle: In der HIV-Beratung geht es um sehr private Themen. Die DAH nutzt daher modernste Techniken wie SSL-Verschlüsselung, Webbasierung und Anonymisierung der Ratsuchenden. Ermöglicht wird das erfolgreiche Modellprojekt durch die finanzielle Förderung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Unterstützung der privaten Krankenversicherung.


Eine niedrigschwellige Beratung, wie sie die Onlineberatung der Aidshilfen individuell anbietet, ist eine sehr effektive Form der HIV-Prävention. Wir erreichen auch ein junges, sexuell aktives Publikum: Fast 40 Prozent der Nutzer sind jünger als 25 Jahre. Dies ist sehr erfreulich, da junge Menschen die „klassischen“ Beratungsangebote weitaus weniger nutzen als ältere. So erreichen wir Menschen jeder Generation.

www.aidshilfe-beratung.de
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Silke Klumb

Bild Silke Klumb

Geschäftsführerin der deutschen Aids-Hilfe e.V.