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PKV PUBLIK AUSGABE 3/2010

EDITORIAL


Liebe Leserinnen und Leser,

wer neue Wege zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen gehen will, kann bisweilen seltsame Dinge erleben. So erging es dem Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) jetzt bei dem Versuch, zu Gunsten der Privatversicherten ein höheres Niveau in der ärztlichen Versorgung zu vereinbaren.

Zu diesem Zweck hat der PKV-Verband einen Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) über Qualität und Service privatärztlicher Leistungen abgeschlossen. Damit sollen die Privatpatienten von der hohen medizinischen Qualität des KVB-Programms „Ausgezeichnete Patientenversorgung“ profitieren. Die rund 5.000 teilnehmenden Ärzte müssen ihre Qualitätsstandards regelmäßig nachweisen. Wir haben die Kriterien genau geprüft und festgestellt, dass wir bessere Standards mit einer vergleichbar hohen Ausbreitung nirgends sonst in Deutschland finden können. Die Privatversicherten sollen bei den teilnehmenden Ärzten zusätzlich in den Genuss spezieller Serviceleistungen kommen: etwa schnelle Terminvergaben, eine gute telefonische Erreichbarkeit sowie kurze Wartezeiten.


Die Ärzte zeigen mit ihrer freiwilligen Teilnahme, dass ihnen eine hervorragende Versorgung der Patienten am Herzen liegt. Sie sollen bei ihrer Kooperation mit der PKV ein entsprechendes Gütesiegel erhalten, mit dem Privatpatienten auf dieses qualifizierte Angebot hingewiesen werden. Der PKV-Verband freut sich daher, im Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Dr. Axel Munte, einen innovativen Partner mit großem Qualitätsbewusstsein gefunden zu haben. Es sind genau solche qualitätsorientierten Mediziner, mit denen die PKV in Zukunft weitere Kooperationen vereinbaren möchte.

Doch die Freude wurde jäh getrübt, als die Vertreterversammlung der KVB wenig später ihren Vorstand aufforderte, den Qualitätsvertrag mit der PKV wieder zu kündigen. Der PKV-Verband steht unverändert zu diesem wirklich guten und innovativen Vertrag. Denn die vereinbarte Kooperation zielt einzig und allein auf mehr Qualität zu Gunsten der Patienten.

Der Widerstand ärztlicher Standesvertreter dagegen ist nur so zu erklären, dass sie damit Interessen verfolgen, die ganz offensichtlich mit Qualität nichts zu tun haben. Um so mehr appellieren wir an andere innovative Ärzteverbände, die im Zeichen bester Versorgungsqualität und selbstbewusster Freiberuflichkeit zu entsprechenden Vereinbarungen bereit sind.

Die Blockade der KVB-Vertreterversammlung zeigt: Es geht nicht ohne einen gesetzlichen Hebel, der alle Beteiligten zu vernünftigen Verhandlungen mit konkreten Ergebnissen bewegt. Deshalb muss jetzt die Politik handeln. Sie muss den rechtlichen Rahmen schaffen, damit in fairer Partnerschaft der PKV mit Ärzten und anderen Leistungserbringern Verträge über Qualität, Mengen und Preise von Gesundheitsleistungen möglich werden. Dies ist der Weg der Zukunft. 


Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach

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Dr. Volker Leienbach

Direktor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V.